Das Revolutionsfest in Lahr

Eine Seite der Klasse 8 b im SJ 1997/98
Kontakt: Detlef Bähr


Übersicht:


arr_smll.gif (910 Byte)   Der Anlass für das Lahrer Fest: Vor 150 Jahren Revolution von 1848/49

1848

Im Februar 1848 probten die Bürger in Süddeutschland erstmals den Aufstand. Sie forderten die Einführung der Pressefreiheit, eine allgemeine Volksbewaffnung und ein deutsches Parlament, das eine neue Verfassung für einen demokratischen Staat erstellen sollte. In den darauffolgenden Monaten weiteten sich die Aufstände in Deutschland stark aus. Es kam zu Aufständen der Republikaner in Baden.

Im Mai wurde die indirekt gewählte Nationalversammlung in der Paulskirche von Frankfurt eröffnet. Im Monat darauf, im Juni 1848, wurde der Bundestag der Fürsten aufgelöst. Er wurde aufgrund der neu gewählten Nationalversammlung überflüssig. Der republikanische Aufstand in Baden wurde im September von der Monarchie niedergeschlagen.
Sitzung in der Frankfurter Paulskirche

Die Nationalversammlung in der Paulskirche 1848

Siehe dazu auch:

Die Foto-AG des Scheffel-Gymnasiums als Bundessieger in der Paulskirche


   arr_smll.gif (910 Byte)  Drei Tage harte Arbeit

Unsere Vorbereitungen für das Fest

Drei Tage hartes Arbeiten und Üben ging dem Freiheitsfest voraus. Einige Räume des Scheffel-Gymnasiums und die Sporthallen wurden für diese Aktion benötigt. Im Musikraum übte die Klasse 7a des Schuljahres 97/98 mit Herrn Zolg, einem Musiklehrer, die Freiheitslieder mit musikalischer Begleitung ein. In der Aula gestaltete Herr Duffner mit der 8c eine in einem Lachkrampf endende Auswanderungsszene. Der Freiheitsbaum wurde von Herrn Schwab gestaltet.

Eine von Herrn Wilhelm und der 9c vorbereitete Barrikade sollte von Oberstufenschülern für ihre historischen Freiheitsreden als Podest genutzt werden. Herr Bläsi und die 10a bereiteten einen Stand der historischen Lahrer Suppenküche, die 1848/49 zur Armenspeisung beigetragen hatte, mit Suppen nach Originalrezept aus der Revolutionszeit vor.

 

Der Chefhaudegen Schwab
Der Anführer des revolutionären Scheffel-Haufens

Der wilde Uli, ein berüchtigter Revolutionär!

Barrikaden-Wilhelm hisst die Fahne

Die Jungen der 7b, also unserer Klasse, übten unter der Leitung von Frau Fiehn, Frau Wolfschlag und Herrn Duffner eine zeitgetreue Turnstunde mit extra angefertigter Kleidung ein. Die Jungen trugen weiße Hosen und weiße T-Shirts, darüber eine schwarz-rot-goldene Schärpe. Die Mädchen unserer Klasse probten mit Frau Seegers und Frau Vetter-Dittus eine militärische Stabgymnastik und hatten dabei dunkle lange Röcke und weiße Blusen, passend zur Revolutionszeit, an. Um die Aktiven richtig einzukleiden, wurden Dachböden durchstöbert, Theater befragt und viele Teile vom Turnverein ausgeliehen.

Krafttraining 1846: Starke Jungs der 7b
Körperertüchtigung für züchtige Mädchen

arr_smll.gif (910 Byte) Der Marsch der Scheffel-Revolutionäre
Die Beiträge des Scheffel-Gymnasiums zum Fest

Nachdem wir, die Klasse 7b, von Frau Seegers unser "peinliches Outfit" bekommen hatten, versammelte sich das gesamte Scheffelgymnasium vor dem Schulgebäude, um in einem Freiheitszug in Richtung Stadtmitte zu marschieren. Mit dem Freiheitsbaum an der Spitze, begleitet von Trommelschlägen, erreichte der Festzug, großes Aufsehen erregend, das Ziel: den Rathausplatz.

Der wilde Haufen vor dem Aufbruch
 

 

Revolution macht Spaß!
Unter dem Jubel der mehreren tausend Zuschauer errichteten Schüler unserer Schule den etwa sechs Meter hohen Freiheitsbaum. Unter dem Baum turnten die Jungs aus unserer Klasse "wunderschöne" Übungen nach Turnvater Jahn aus früherer Zeit, wobei zu erwähnen ist, dass das nicht ganz ungefärlich für die Hose eines Jungen aus unserer Klasse war. Die Mädchen führten "geniale" Stabübungen vor.

 

 

Die revolutionäre Begeisterung erfasst alle

Die hungrigen Besucher des Festes konnten sich an Kartoffel- und Linsensuppe laben, die von der Klasse 10a zur Erinnerung an die Suppenküche der Revolutionszeit unter der Leitung von Herrn Bläsi gekocht wurde. Der Erlös kam der Lahrer Wärmestube für Obdachlose zugute.

 

Die von der 9c errichtete Barrikade wurde von drei Schülern der Jahrgangsstufe 12 erklommen, um von dort aus unter wehender Deutschlandfahne revolutionäre Reden im Stil Baums und Schuberts vorzutragen, um die revolutionären Massen zu begeistern.
Suppe löffeln für einen guten Zweck

Einstimmung zur Verteidigung der Barrikade

Revolutionsredner Martin Bläsi

Die Massen in Stimmung bringen!

Revolutionsredner Nils Nicolay

Vor der Barrikade wurden mehrere Theaterszenen aus früherer Zeit vorgespielt. Sie handelten u.a. von Überlegungen, nach Amerika auszuwandern - einem eigentlich ernsten Thema, das aber von Lachsalven begleitet wurde. Das Theaterstück wurde von etwas schüchternen Einwürfen des Chores (7a) immer wieder bestätigt. Um den Besucherandrang zu garantieren, waren von den Oberstufenschülern Flugblätter verteilt worden. Als krönenden Abschluss des Tages führten die Akteure der 7b (wir!) ihre Übungen wiederholt vor, was wahre Beifallsstürme auslöste.


arr_smll.gif (910 Byte) Das Lahrer Fest der Freiheit
Ein Überblick

Bei gutem Wetter zogen die Scheffel-Freiheitskämpfer am Samstag, dem 25.07.1998 Rathausplatz. Der Lahrer Oberbürgermeister, Dr. Wolfgang G. Müller und Thorsten Mietzner hielten zu Beginn des Festes gelungene Eröffnungsansprachen. Anschließend hatten die Freiheitsschützen des Schützenvereins Altdorf ihren großen Auftritt und besetzten unsere Scheffel-Barrikade: Ohrenbetäubende Schüsse aus ihren nostalgischen Gewehren eröffneten das Fest erst richtig.

Nachdem sich die Zuschauer vom Lärm erholt hatten, trugen Schüler des Scheffel-Gymnasiums Reden herausragender Persönlichkeiten der badischen Revolution vor. Das darauffolgende Theaterstück, das über Auswanderungen nach Amerika handelte, endete in einem großen Gelächter.
Traurige Auswanderer

Jetzt hatte unsere, die Stunde der 7b, geschlagen: Den Anfang erledigten die wenigen Jungen, die erschienen waren. Mit ernster Miene leiteten sie mit Turnübungen die Stockgymnastik der zahlreichen Mädchen ein.

Die Gesangsrunde heizte die Stimmung mit ihren Liedern nach dem Motto: „Die Gedanken sind frei" an; (das konnte man nach einigen Schlachtrufen: „Die Getränke sind frei" ganz klar spüren).

Nach den wiederholten Schüssen der Altforfer bestritt das Max-Planck-Gymnasium die nächsten Programmpunkte mit dem Theaterstück "Freiheit - ein Frühlingsmärchen" und "szenisch gestalteten Gedichten aus dem Vormärz". Der Turnverein Lahr von 1846 versuchte an die Leistung unserer Jungs heranzukommen. Die Lahrer Stadtkapelle sorgte für den musikalischen Rahmen, während der Hufschmied den interessierten Zuschauern vorführte, wie man ein Pferd beschlägt.

"Die Gedanken sind frei..."

Die begeisterten Massen: "Wir sind das Volk!"

Die am Anfang noch verhaltene Stimmung steigerte sich von Minute zu Minute (lag es auch am Alkoholkonsum durstiger Revolutionäre?), und es wurde sehr kameradschaftlich und gemütlich gefeiert. Das ganze Umfeld und den ganzen Frust, der (bestimmt) auf so manchem lag, konnte man vergessen.

Diejenigen, die bei diesem Fest mitgewirkt hatten oder einfach nur Gast waren, spürten, wie die damaligen Leute, die bei der Revolution zusammengearbeitet und gekämpft haben, sich gefühlt haben mussten. Mit Essen und Trinken bei den vielen Imbissbuden klang der Abend gemütlich aus, und gegen Mitternacht waren alle Freiheitskämpfer verschwunden.


Und wir haben das zusammen mit Herrn Bähr gemacht:

Wir - die 8b des Schuljahres 98/99


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