Drei Tage hartes Arbeiten und Üben ging
dem Freiheitsfest voraus. Einige Räume des Scheffel-Gymnasiums und die Sporthallen wurden
für diese Aktion benötigt. Im Musikraum übte die Klasse 7a des Schuljahres 97/98 mit
Herrn Zolg, einem Musiklehrer, die Freiheitslieder mit musikalischer Begleitung ein. In
der Aula gestaltete Herr Duffner mit der 8c eine in einem Lachkrampf endende
Auswanderungsszene. Der Freiheitsbaum wurde von Herrn Schwab gestaltet. Eine von Herrn Wilhelm und der 9c vorbereitete Barrikade
sollte von Oberstufenschülern für ihre historischen Freiheitsreden als Podest genutzt
werden. Herr Bläsi und die 10a bereiteten einen Stand der historischen Lahrer
Suppenküche, die 1848/49 zur Armenspeisung beigetragen hatte, mit Suppen nach
Originalrezept aus der Revolutionszeit vor.
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Der Anführer des revolutionären Scheffel-Haufens |
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Barrikaden-Wilhelm hisst
die Fahne |
Die Jungen der 7b, also unserer Klasse, übten unter der Leitung von
Frau Fiehn, Frau Wolfschlag und Herrn Duffner eine zeitgetreue Turnstunde mit extra
angefertigter Kleidung ein. Die Jungen trugen weiße Hosen und weiße T-Shirts, darüber
eine schwarz-rot-goldene Schärpe. Die Mädchen unserer Klasse probten mit Frau Seegers
und Frau Vetter-Dittus eine militärische Stabgymnastik und hatten dabei dunkle lange
Röcke und weiße Blusen, passend zur Revolutionszeit, an. Um die Aktiven richtig
einzukleiden, wurden Dachböden durchstöbert, Theater befragt und viele Teile vom
Turnverein ausgeliehen.
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Der
Marsch der Scheffel-Revolutionäre
Die Beiträge des Scheffel-Gymnasiums zum Fest
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Nachdem wir, die Klasse 7b, von Frau Seegers unser
"peinliches Outfit" bekommen hatten, versammelte sich das gesamte
Scheffelgymnasium vor dem Schulgebäude, um in einem Freiheitszug in Richtung Stadtmitte
zu marschieren. Mit dem Freiheitsbaum an der Spitze, begleitet von Trommelschlägen,
erreichte der Festzug, großes Aufsehen erregend, das Ziel: den Rathausplatz.
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Unter dem Jubel der mehreren
tausend Zuschauer errichteten Schüler unserer Schule den etwa sechs Meter hohen
Freiheitsbaum. Unter dem Baum turnten die Jungs aus unserer Klasse
"wunderschöne" Übungen nach Turnvater Jahn aus früherer Zeit, wobei zu
erwähnen ist, dass das nicht ganz ungefärlich für die Hose eines Jungen aus unserer
Klasse war. Die Mädchen führten "geniale" Stabübungen vor.
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Die hungrigen Besucher des Festes konnten
sich an Kartoffel- und Linsensuppe laben, die von der Klasse 10a zur Erinnerung an die
Suppenküche der Revolutionszeit unter der Leitung von Herrn Bläsi gekocht wurde. Der
Erlös kam der Lahrer Wärmestube für Obdachlose zugute.
Die von der 9c errichtete
Barrikade wurde von drei Schülern der Jahrgangsstufe 12 erklommen, um von dort aus unter
wehender Deutschlandfahne revolutionäre Reden im Stil Baums und Schuberts vorzutragen, um
die revolutionären Massen zu begeistern.
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Revolutionsredner Martin Bläsi
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Revolutionsredner Nils
Nicolay
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Vor der Barrikade wurden mehrere Theaterszenen aus früherer Zeit
vorgespielt. Sie handelten u.a. von Überlegungen, nach Amerika auszuwandern - einem
eigentlich ernsten Thema, das aber von Lachsalven begleitet wurde. Das Theaterstück wurde
von etwas schüchternen Einwürfen des Chores (7a) immer wieder bestätigt. Um den
Besucherandrang zu garantieren, waren von den Oberstufenschülern Flugblätter verteilt
worden. Als krönenden Abschluss des Tages führten die Akteure der 7b (wir!) ihre
Übungen wiederholt vor, was wahre Beifallsstürme auslöste.
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Das
Lahrer Fest der Freiheit
Ein Überblick
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Bei gutem Wetter zogen die Scheffel-Freiheitskämpfer am Samstag,
dem 25.07.1998 Rathausplatz. Der Lahrer Oberbürgermeister, Dr. Wolfgang G. Müller und
Thorsten Mietzner hielten zu Beginn des Festes gelungene Eröffnungsansprachen.
Anschließend hatten die Freiheitsschützen des Schützenvereins Altdorf ihren großen
Auftritt und besetzten unsere Scheffel-Barrikade: Ohrenbetäubende Schüsse aus ihren
nostalgischen Gewehren eröffneten das Fest erst richtig.
Nachdem sich die Zuschauer vom Lärm erholt hatten,
trugen Schüler des Scheffel-Gymnasiums Reden herausragender Persönlichkeiten der
badischen Revolution vor. Das darauffolgende Theaterstück, das über Auswanderungen nach
Amerika handelte, endete in einem großen Gelächter.
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Jetzt hatte unsere, die Stunde der 7b, geschlagen: Den Anfang
erledigten die wenigen Jungen, die erschienen waren. Mit ernster Miene leiteten sie mit
Turnübungen die Stockgymnastik der zahlreichen Mädchen ein.
Die Gesangsrunde heizte die Stimmung mit
ihren Liedern nach dem Motto: Die Gedanken sind frei" an; (das konnte man nach
einigen Schlachtrufen: Die Getränke sind frei" ganz klar spüren). Nach den wiederholten Schüssen der Altforfer bestritt das
Max-Planck-Gymnasium die nächsten Programmpunkte mit dem Theaterstück "Freiheit - ein
Frühlingsmärchen" und "szenisch gestalteten Gedichten aus dem Vormärz".
Der Turnverein Lahr von 1846 versuchte an die Leistung unserer Jungs heranzukommen. Die
Lahrer Stadtkapelle sorgte für den musikalischen Rahmen, während der Hufschmied den
interessierten Zuschauern vorführte, wie man ein Pferd beschlägt.
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Die am Anfang noch verhaltene Stimmung steigerte sich
von Minute zu Minute (lag es auch am Alkoholkonsum durstiger Revolutionäre?), und es
wurde sehr kameradschaftlich und gemütlich gefeiert. Das ganze Umfeld und den ganzen
Frust, der (bestimmt) auf so manchem lag, konnte man vergessen.
Diejenigen, die bei diesem Fest mitgewirkt hatten oder einfach nur
Gast waren, spürten, wie die damaligen Leute, die bei der Revolution zusammengearbeitet
und gekämpft haben, sich gefühlt haben mussten. Mit Essen und Trinken bei den vielen
Imbissbuden klang der Abend gemütlich aus, und gegen Mitternacht waren alle
Freiheitskämpfer verschwunden.
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