zu 1.1: Beweise für die Duplizitätstheorie:
           - Zwei anatomisch verschiedene Sehzelltypen in der Netzhaut farbtüchtiger Wirbeltiere, aber nur Stäbchen bei
              farbuntüchtigen Wirbeltieren.
           - Isolierung von Sehfarbstoffen mit verschiedenen Absorptionsmaxima für Tagsehen und Dämmerungssehen.
           - "Knick" in der Adaptationskurve
zu 1.3: vier! Rhodopsin in den Stäbche und drei verschiedene "Jodopsine" in den verschiedenen Zapfentypen
          (Varianten des Opsin-Anteils)
zu 2.a: Die Rhodopsinbelichtung bewirkt, dass benachbarte Transducin-Moleküle aktiviert werden. Diese aktivieren
           das Enzym PDE (Phosphodiesterase), welches die Umwandlung von c-GMP in GMP katalysiert. Ohne
           c-GMP können die Natriumkanäle in der Stäbchenmembran nicht geöffnet werden c  der Einstrom von
           Na+-Ionen in der Dunkelheit wird bei Belichtung unterbrochen  c   Rezeptorpotential.
Das second- messenger-Prinzip besteht darin, dass durch ein extrazelluläres Signal (hier: Licht), über intrazelluläre (=sekundäre) Signalstoffe (hier: c-GMP)  eine zelluläre Reaktion (hier: Rezeptorpotenzial) ausgelöst wird.
zu 2.b: Da durch den Rhodopsinzerfall ca. 500 Transducin-Moleküle aktiviert werden und diese ihrerseits
            PDE-Moleküle aktivieren, wird durch ein Lichtquant (= Photon = "Energieportion" des Lichts) nach dem
            "Schneeballsystem" die Umwandlung zigtausender c-GMP-Moleküle bewirkt, d.h. die Schließung von sehr
            vielen Na+-Kanälen (ca.250).
zu 2.c)

zu 2.d: Nach kurzer Zeit wäre alles Rhodopsin zerfallen und die Netzhaut würde lichtunempfindlich werden - wie ein Film, der nur einmal belichtet wird. Tatsächlich ist die Netzhaut bei großer Helligkeit weniger lichtempfindlich, da der größte Teil des Rhodopsins zerfallen ist. Umgekehrt braucht die Regeneration des Rhodopsins einige Zeit, wenn man in einen dunklen Raum kommt. (biochemische Adaptation)
zu 2.e): Vitamin A ist eine chemische Vorstufe des Retinals und wird ständig in winzigen Mengen benötigt, um Retinal zu regenerieren.

zu 3a):                                                                          3b)                                                     3c)

zu 4a) Der Effekt ist eine Vergrößerung der Membranoberfläche durch Faltung. > Die Zahl der möglichen Rezeptormoleküle in der Membran der Sinneszelle erhöht sich > Die Empfindlichkeit der Sinneszelle für Geschmacksmoleküle erhöht sich.
zu 4b)
sauer: Die H+-Ionen diffundieren durch Membrankanäle in die Sinneszelle > der Einstrom positiv geladener Ionen bewirkt Depolarisierung des Membranpotenzials der Sinneszelle > Ca2+-Einstrom >  Transmitterausschüttung > Auslösung einer bestimmten AP-Frequenz in der ableitenden Nervenzelle (sensibles Neuron).
süß: Süßstoffe werden von einem Membran-Rezeptor gebunden, gelangen aber nicht in die Zelle. Dadurch wird indirekt über die Bildung sekundärer Botenstoffe (second messenger-Prinzip) die Blockierung der K+-Kanäle bewirkt > blockierter K+-Ausstrom bewirkt Depolarisierung des Membranpotenzials der Sinneszelle >  Ca2+-Einstrom >  Transmitterausschüttung > Auslösung einer bestimmten AP-Frequenz in der ableitenden Nervenzelle (sensibles Neuron).
zu 4c) Eine taube Zunge entsteht, wenn das sensible Neuron nicht erregt werden kann. Dies könnte z.B. durch Chemikalien bewirkt werden, die entweder die Ionenkanäle (H+, Ca2+) oder die Rezeptoren blockieren. Oder: Synapsengifte...
zu 4d) Entweder die Süßstoffe passen mit irgendeinem Molekülteil auch in die Rezeptoren oder es könnten verschiedenartige Rezeptoren existieren oder die Signalkaskade im Inneren der Zelle wird durch Stoffe, die in die Zelle eindringen fälschlich ausgelöst, u.a.

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