Vergleich der beiden Arten von Erregungsleitung
  kontinuierliche Erregungsleitung saltatorische Erregungsleitung
Geschwindigkeit gering (max. 30m/s) groß (max. 120m/s)
Energiebedarf groß, da nicht elektrisch isoliert, mehr Ionenpumpen  d.h. 
              mehr ATP
gering, durch Myelin-Isolierung 
Ionenpumpen nur an den Schnürringen
Platzbedarf groß, da nur durch dicke Axone mehr Leitungsgeschwindigkeit gering
Materialbedarf groß                 s.o. gering
Fazit: Die "Erfindung" der Myelinhülle war in der Evolution der Wirbeltiere ein entscheidender Fortschritt!  Zusammen mit der Gleichwarmheit (bei Vögeln und Säugetieren) war dies die Voraussetzung für leistungsfähige Gehirne und Sinnesorgane. (Der Sehnerv müsste mit seinen ca.106 Axonen bei einem Insekt 1Meter dick sein, um gleich viele, gleich schnelle Axone zu enthalten!

Wirbellose können marklose Fasern nur dadurch optimieren, dass sie für besonders schnelle Nerven  Riesenaxone benützen und sich passiv von z.B. der Sonne aufwärmen lassen.

Zusammenfassung:
1)  Von welchen Faktoren hängt die Geschwindigkeit der Erregungsleitung ab?
a) Myelinisierung: Durch die elektrische Isolierung wird die Reichweite der  Ausgleichströmchen vergrößert um ein weiteres AP auszulösen --> Es müssen weniger APs auf der gleichen Axonstrecke ausgelöst werden -->   schnellere Leitung.
  Modellvorstellung: Dominosteine
  b) Axonquerschnitt: Je größer der Axonquerschnitt, desto geringer ist der Widerstand  für die  Ausgleichströmchen -->größere Reichweite --> schnellere Leitung. 

  c) Temperatur: Je wärmer, desto geringer ist der Widerstand für die Ausgleichströmchen --> s.o.

Fragen: 
- Was versteht man unter gleichwarm? Wie erreichen z.B. Bienen im Stock nahezu gleichwarme Verhältnisse?
 - Warum nehmen viele Wissenschaftler an, dass Saurier schon gleichwarm waren (
--> Größe!) 
2) Wie werden Reize im Nervensystem codiert?
 
Problem: Das Axon hat nur ein einziges Signal -das AP- zur Verfügung!

                                                                                                             
a) Reizstärke = Reizintensität: Frequenzcodierung  - Je stärker der Reiz, desto größer die AP- Frequenz = Impulsfrequenz = APs pro sec. (Der Zusammenhang ist meist logarithmisch: z.B. 100fache Reizstärke --> 2fache Impulsfrequenz)

b) Reizart = Reizqualität: Kanalspezifität  - Jede Reizart (Licht, Schmerz..) hat ihre eigene Nervenbahn zum Gehirn. Nur am "Kanal" unterscheidet das Gehirn die Reizart.

c) Reizdauer: Dauer der Impulsfolgen    - So lange, wie der Reiz andauert, kommen im Gehirn Impulsfolgen an. (Manche Nerven zeigen auch nur Anfang und Ende durch kurze Impulsfolgen an.)
                                                            
Fragen: 1) Was müsste man theoretisch tun, um "Donner zu sehen und Blitze zu hören"?

               2) Wie entstehen Phantomschmerzen?

               3) Worin besteht der Vorteil der logarithmischen Codierung der Reizstärke?
3)    Wie werden erregte Nervenbahnen gemessen?
 a) Intrazelluläre Messung --> monophasisches AP (siehe oben)
 b) Extrazelluläre Messung

  -->   biphasisches AP

Frage 4):
Die extrazelluläre Messmethode ist einfacher, da die Elektroden nicht in das Axon eingestochen werden müssen. Sie funktioniert aber nur bei erregten
Nerven. Warum? Erklärung des Kurvenverlaufs!

Lösungsvorschlag:

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