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Das Ruhepotenzial |
| Vorüberlegungen: 1) Axone sind sehr dünne Zellausläufer (1-2 Mikrometer!). Wie soll man eine Messelektrode einstechen? 2) Die elektrische Spannung, die zwischen Zellinnerem und dem Außenmilieu auftritt ist sehr gering (0,01Volt bis 0,1V). Jede Messmethode mit Strom verbrauchenden Voltmetern würde die Spannung verfälschen.
zu1) Man findet bei wirbellosen
Tieren besonders dicke Axone (=Riesenaxone), die bis zu 0,5mm dick sind.
z.B. Besonders schnell leitende "Flucht"axone beim Tinten"fisch"(Weichtier). |
| Messung der Ruhespannung am Axon |
| Geeignetes
Versuchstier:Tinten“fisch“
(Wirbelloses
Tier mit Riesenaxon --> marklos) 1) Sezieren in Meerwasser --> Freilegen des Riesenaxons 2) Einstechen der Messelektrode (Glaskapillare) in das Axon -- die Bezugselektrode liegt außerhalb (und hat definitionsgemäß das Potenzial 0.) |
| Abi-Skizze: Messanordnung zur intrazellulären Ableitung der Ruhespannung |
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| Ergebnis: Man misst eine konstante Spannung zwischen Zellinnerem und Außenmilieu von ca. -50mV bis -90mV (je nach Tierart und Zelltyp); d.h. im Inneren herrscht ein Überschuss an negativer Ladung gegenüber außen. |
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Def: Ruhespannung
(=Ruhepotenzial = RP): Spannung, die an einer unerregten
Nervenzelle gemessen wird. Beachte: Gemessen wird eine Spannung d.h. eine Potenzialdifferenz! Der Begriff Ruhepotenzial ist physikalisch nicht korrekt. |
Zwischen Innen und Außen wird eine Potenzialdifferenz von ca. 90mV gemessen. Es ist praktisch, das Potenzial der äußeren Elektrode als "Bezugspunkt" für die Differenzbildung gleich Null zu setzen --> dann zeigt die Messelektrode den gesamten negativen Ladungsüberschuss im Inneren an. |
| Begriffsklärung: Extrazelluläre - Intrazelluläre Ableitung eines Membranpotenzials: |
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Deutung der Entstehung der Ruhespannung |
| Modellversuch: |
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Deutung: Da nur Wasser und Kaliumionen durch die Membran diffundieren können, werden gemäß dem Konzentrationsgefälle so lange K+ -Ionen nach rechts diffundieren, bis durch die Ladungstrennung ein so starkes elektrisches Feld entstanden ist, dass weitere K+ -Ionen von den Cl--Ionen zurückgehalten werden. --> Gleichgewicht zwischen der Tendenz zum Konzentrationsausgleich und der Tendenz zum Ladungsausgleich |
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- Die
Membran im Modellversuch
entspricht der Axonmembran. Sie
ist ebenfalls selektiv durchlässig für bestimmte Ionen (z.B. K+ ). - Die gemessene Spannung entspricht der Ruhespannung. Wie am Axon entspricht sie einem K+-Diffusionspotential. - Kammer 1 entspricht dem Axoninneren --> negativer Ladungsüberschuss |
| Verhältnisse am Axon: | |
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1)
Konzentrationsverhältnisse und Ionenarten: Innen: K+ - Ionen und negativ geladene Eiweiß-Anionen (A-) Außen: Na+ - Ionen und negativ geladene Chlor- Ionen (Cl-) |
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2) Membrandurchlässigkeit:
K+:
Cl- : Na+:
A- = 1 : 0,45 : 0,04 : 0 K+ - Ionen: sehr gut Na+ - Ionen : sehr schlecht Chlor-Ionen: mäßig Eiweiß-Ionen (A- ): gar nicht |
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Das
Ruhepotenzial beruht auf 2 treibenden Kräften: 1. treibende Kraft: Konzentrationsgradient (--> Tendenz zum Konzentrationsausgleich durch Diffusion) 2. treibende Kraft: Elektrisches Feld (--> Tendenz zum Ladungsausgleich) |
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| Buchstabengröße entspricht der Konzentration der Ionensorte | |
| Zusammenfassung: Ruhepotenzial (RP) (als K+-Diffusionspotenzial) | ||
| 1) Voraussetzungen: a) Ungleiche Ionenverteilung ( durch Ionenpumpen) b) Selektive Membrandurchlässigkeit |
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2) Entstehung des RP:
a) Kaliumkonzentrationsgradient : ------->
aus a) und b) folgt: ( Die Chloridionen unterstützen das RP mit entgegengesetzten Konzentrationsverhältnissen und Ladungsvorzeichen.) |
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3) Konstanthaltung des RP: a) Gleichgewicht zwischen der Tendenz zum Konzentrationsausgleich und der Tendenz zum Ladungsausgleich: Der Kaliumausstrom infolge des Konzentrationsgradienten und der Kaliumeinstrom infolge des entstehenden elektrischen Feldes ist bei ca. 80-90mV gleich groß --> die Zahl der K+- Ionen, die gemäß der 1. treibenden Kraft aus dem Neuron getrieben werden ist genau so groß wie die Zahl der K+- Ionen, die gemäß der 2. treibenden Kraft zurück in das Neuron gezogen werden. b) Natrium-Kalium-Pumpe: Da die Durchlässigkeit für Na+- Ionen nicht 0 ist, diffundieren gemäß dem Konzentrations-(und Ladungs)gefälle geringe Mengen ins Axoninnere. Dieser Natriumeinstrom (="Na+-Leckstrom") würde das RP langsam zerstören. (Begründung* und Beweise** für Leckstrom s.u.) --> Durch aktiven Transport (Ionenpumpen) werden Na+- Ionen ständig nach außen gebracht und im Gegenzug K+- Ionen nach innen --> Natrium-Kalium-Pumpe. (Beweis***) |
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* Begründung: Jedes eindringende Natriumion setzt ein - von A- Ionen - festgehaltenes Kaliumion frei --> Diffusion nach draußen, bis das Konzentrationsgefälle für Kaliumionen ausgeglichen ist --> RP geht gegen 0, da kein K+-Diffusionsdruck mehr vorhanden. |
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| ** Beweis: Radioaktive Markierung (24Na-Isotop) der Na+- Ionen | ||
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***Beweise:- Vergiftung
der Zellatmung (z.B.Cyanid-Ionen)-->
kein ATP--> kein
aktiver Transport-->
RP=0 |
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Schema:
RP
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| Übungsfragen zum Verständnis: | |
| 1) Wie wirken sich folgende Maßnahmen auf das
RP aus? - Temperaturerniedrigung - Erhöhung der K+- Ionen- Konzentration innen/außen -->siehe Graphik---> 2) Wie stellt man sich die Membranporen für K+- bzw. Na+- Ionen vor? 3) Können auch Pflanzenzellen ein Membranpotenzial besitzen? |
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4) Auswahlfragen:
Welche Aussage/n über
das Ruhepotenzial einer Nervenzelle trifft/treffen zu?
Die äußere Membranoberfläche einer unerregten Nervenzelle ist
Welche Aussage/n ist/sind richtig?
Der Natriumausstrom zur Erhaltung des RP |
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| Lösungsvorschlag: |