Nervenphysiologie

Fragestellungen:
Wie ist eine Nervenzelle aufgebaut? Wie entsteht die elektrische Spannung an Nervenzellen? Wie werden Informationen auf NZ weitergeleitet? Wie arbeiten NZ in Rückenmark und Gehirn zusammen?
Die Nervenzelle
Abi-Skizze: Schematische Skizze eines Motoneurons

Def.: Neuron: Nervenzelle mit Zellkörper, Dendriten und Axon (und Synapse).
Def.: Motoneuron: Motorisches Neuron, dessen Zellkörper im Rückenmark liegt und dessen Axon zu einem Skelett-Muskel führt.
Def.: Nerv: Bündel von Axonen, von einer Bindegewebshülle umgeben.
 
Def.: Synapse: Kontaktstelle zwischen 2 Neuronen, bzw. zwischen Neuron und Muskelzelle zur Informationsübertragung. ( Ein Neuron kann bis zu 10000 Synapsen haben)
 
Funktion der Bauteile eines Neurons:
Dendriten: Zellausläufer, die dem Soma entspringen und Information von anderen Neuronen oder Sinneszellen aufnehmen und in Richtung Soma leiten. (Länge: höchstens einige mm)
Axon: Besonders langer Zellausläufer, der am Axonhügel entspringt und die Information in Form von Aktionspotenzialen vom Soma wegleitet. (Länge: bis zu 1m)
Schwannsche Zelle: Stütz- und Hüllzellen die das Axon umhüllen und bei "markhaltigen" Fasern  durch eine Myelinhülle elektrisch isolieren.
Ranvierscher Schnürring: Elektrisch nicht isolierte Axonabschnitte zwischen 2 Schwannschen  Zellen (alle 1-2 mm)   
(synaptische) Endknöpfchen: Verdickung am Axonende. Bildet den einen Teil der Synapse.
Schema: Informationsweg 

Das Motoneuron ist nur ein Typ von Nervenzellen. Vor allem im Gehirn gibt es eine Reihe anderer Formen von Neuronen. 

Marklose und markhaltige Nervenfasern:
a) marklose Fasern:
Bei wirbellosen Tieren sind die Axone nur einfach in die Schwannschen Zellen eingebettet. Im ElMi sieht ein Bündel von Axonen (=Nerv) dann so aus:
b) markhaltige Fasern:
Nur bei Wirbeltieren kann sich die Schwannsche Zelle vielfach um ein Axon wickeln, bis eine elektrisch isolierende Schicht aus Membranlipiden die Axonmembran umgibt. Man nennt diese Membranwicklung Myelinscheide. Myelinisierte Nervenfasern heißen markhaltige Fasern. Zwischen den Schwannschen Zellen ist die Axonmembran an einem schmalen Ring (= Ranvierscher Schnürring) nicht isoliert. Markhaltige Fasern leiten Nervenerregungen schneller weiter als marklose.

Schematischer Längsschnitt:

Entstehung der Myelinhülle:

Myelin besteht aus vielen Schichten von Biomembran-Lipiden, die durch Umwickeln des Axons durch die Schwannsche Zelle entstehen.

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