| Genetischer Fingerabdruck : Die DNA-Fingerprint - Technik (entwickelt 1985 von Alex Jeffreys, Universität Leicester) |
Auch Verwandtschaftsverhältnisse (z.B. Vaterschaftsgutachten) lassen sich durch diese Methode klären (basierend auf der Tatsache, dass der genetische Fingerabdruck nach den Mendelschen Regeln je zur Hälfte von jedem Elter ererbt wird.) Inzwischen wird kommerziell für einen Vaterschaftstest geworben, der z.B. mit Hilfe eines eingesandten Schnullers, an dem kindliche Zellen haften die biologische Vaterschaft im Zweifel klären soll. (Kosten ab ca. 300€) Wichtig: Der genetische Fingerabdruck erlaubt zwar eine Aussage über die Identität von Spurenverursacher und einem Tatverdächtigen. Nähere Aussagen zu Persönlichkeitsmerkmalen des Spurenverursachers (also z.B. Haar- oder Augenfarbe, Statur, Herkunft, Charakter etc.) erlaubt das Verfahren jedoch nicht, da die DNA aus Bereichen stammt, die keine Informationen codieren. Für den genetischen Fingerabdruck reichen heute Minispuren ( 5-10 µg DNA) aus, solange sie noch Erbmaterial enthalten - beispielsweise die Blutspur an einem Glassplitter, die Wurzel eines ausgefallenen Haares oder Speichel- und Zellreste an einer Zigarettenkippe.
Ihr Debüt hatte die forensische DNA-Analyse 1986
in England - ein Jahr nach Jeffreys' Publikation mit einer
Rasterfahndung in Leicestershire. Dort war ein 15jähriges Mädchen vergewaltigt
und ermordet worden, drei Jahre zuvor eine Gleichaltrige. Bei beiden Opfern
fanden sich Spermaspuren. Die britische Polizei bat 5000 Männer
der Region zur Blutprobe. Einer gab zweimal Blut ab, aber unter
verschiedenen Namen um einen Arbeitskollegen zu decken. Dessen DNA-Profil
stimmte mit dem der Spermaspuren überein. Er gestand beide Morde. Ein bereits
unschuldig Inhaftierter kam frei.
Seit 1998 wird beim
Bundeskriminalamt (BKA) eine
DNA-Datei aufgebaut. In ihr sollen die genetischen
Fingerabdrücke bestimmter Tätergruppen auf Verdacht gespeichert
werden. Seit der
schnellen Aufklärung des Mordfalles Moshammer
wird in Politik und Medien diskutiert, ob diese Art der Spurensuche auf alle
Felder der Kriminalität ausgeweitet werden soll. Bislang ist ein DNA
-Fingerabdruck nur bei schweren Straftaten und mit richterlicher Genehmigung
möglich. |
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| Molekularbiologische Informationen zu dieser Technik: | |
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In jeder Zelle tragen wir zwar unsere komplette Erbinformation (ca.3 Milliarden Basenpaare), doch in nur ca. 3 Prozent der DNA steckt der Bauplan unseres Körpers, 97 Prozent sind ohne bekannte Funktion (= nicht kodierende DNA). Auf verschiedene dieser "funktionslosen" Abschnitte (sog. Introns) haben es die Biologen abgesehen, denn ihre Längen sind von Mensch zu Mensch verschieden. Innerhalb dieser Abschnitte gibt es viele verschiedene sog. VNTR-Loci (Variable Number of Tandem Repeats) oder STR-Gene ("Short-Tandem-Repeat-Gene), die aus Wiederholungen derselben kurzen Basensequenz (z.B. ACTG) bestehen. Diese Wiederholungssequenzen (="Stottersequenzen") sind unterschiedlich lang, da die Anzahl der Stottersilben in einem STR-Gen bei verschiedenen Menschen unterschiedlich groß ist und von daher zur Identifizierung einer DNA-Probe herangezogen werden kann. Man erwartet pro VNTR-Locus und untersuchter Person 2 Banden, d.h. 2 Allele des STR-Gens, die von den beiden homologen Chromosomen (eins vom Vater, eines von der Mutter) stammen. Je mehr verschiedene STR-Gene untersucht werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei nicht verwandte Personen das gleiche Bandenmuster haben. Untersucht man z.B. acht STR-Gene, dann ist die Wahrscheinlichkeit bereits so gering, dass rein statistisch ein einziger Mensch aus der gesamten Erdbevölkerung identifiziert werden könnte. In der Fachliteratur wird eine Wahrscheinlichkeit von 4x10-11 dafür genannt, dass zwei nicht verwandte Personen das gleiche Bandenmuster haben; bei Verwandten liegt sie immer noch unter 4x10-5. Nur bei eineiigen Zwillingen scheitert das Verfahren, denn die haben identische Erbanlagen. |
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| Es
gibt zwei Verfahren, wie die DNA-Stücke aus der Gesamt-DNA gewonnen werden: a) Wenn genügend DNA-Material vorliegt: (Benötigt werden 50.000 bis 500.000 Zellkerne) Das RFLP (Restriktions-Fragment-Längen-Polymorphismus) - Verfahren b) Wenn nur eine winzige
Menge DNA vorliegt: (Benötigt werden nur wenige Zellkerne, das entspricht ca. 1milliardstel Gramm DNA) |
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| zu a) Das RFLP (Restriktions-Fragment-Längen-Polymorphismus) - Verfahren | |
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Diese VNTR-Loci werden durch spezifische Schneide-Enzyme = Restriktionsenzyme als "Schnipsel" = DNA- Fragmente verschiedener Länge herausgeschnitten. Um sie der Länge nach zu sortieren und um sie sichtbar zu machen müssen noch eine Reihe weiterer Schritte folgen. (siehe unten) |
Schema: Homologes Chromosomenpaar mit VNTR-Loci verschiedener Länge |
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| zu b) Das PCR-Verfahren: DNA-Vervielfachung durch die Polymerase-Kettenreaktion | |
| Meist sind die Tatort-Spuren so winzig, dass für die RFLP-Methode zu wenig DNA vorliegt. Deshalb wird heute meist das PCR-Verfahren angewendet, für dessen Entwicklung
Kary Mullis 1993 den Nobelpreis erhielt.. Hier werden ebenfalls die für jeden Menschen charakteristischen kurzen DNA-Loci mit Wiederholungssequenzen
= STR-Gene (s.o.) gesucht. Nur diese werden dann aber millionenfach im Reagenzglas vervielfacht (polymerase-chain-reaction).
Dies ist möglich durch geeignete synthetisch hergestellte DNA-Moleküle ("Primer"),
die als Startermoleküle Anfang und Ende der gewünschten STR-Gene
markieren. Als Ausgangsmaterial reichen wenige Zellkerne.
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| Anschließend werden die DNA-Fragmente der Länge nach durch Gelelektrophorese sortiert und nach Anfärbung ausgewertet. (siehe unten) | |
| So läuft der Test im kriminaltechnischen Labor ab: (vereinfacht) | |||||||||||||||||||||||||||||||||
Nach der Spaltung werden die DNA-Fragmente auf einem Agarose-Gel im elektrischen Feld der Größe nach aufgetrennt. Die DNA-Stücke sind wegen der Phosphat-Gruppe negativ geladen und wandern zum Pluspol. Große Fragmente wandern langsamer als kleine. 5) Denaturierung und Blotting: Aufspaltung der doppelsträngigen DNA-Bruchstücke in Einzelstränge (=Denaturierung) und Auftragung / Fixierung (=Blotting) auf einer speziellen Nylon-Membran. 6) Sichtbarmachung durch Gensonden: Zugabe radioaktiv markierter Gensonden, das sind einsträngige DNA-Stücke, die eine komplementäre Basensequenz zu Nachbar-Bereichen des VNTR-Locus enthalten, und sich deshalb an die gesuchten DNA- Fragmente anlagern. 7) Autoradiographie: Durch Auflegen eines Röntgenfilms ist es anschließend möglich, die Fragmente auf der Membran durch Schwärzung zu identifizieren. Es entstehen die charakteristischen Bandenmuster. Durch Vergleich mit Banden definierter DNA-Länge werden den Banden Zahlen zugeordnet. z.B. Die Bande entspricht einem DNA-Fragment mit einer Länge von 9.300 Basenpaaren --> 9.3
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| 2) Versuchsanleitung für die Simulation eines DNA-Fingerabdrucks: (c) Jan Brix, Chris Meisinger Inst. f. Biochemie und Mol.Genetik Univ. Freiburg |
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Jedes Plasmid wird mit zwei verschiedenen Restriktionsenzymen in charakteristische DNA-Fragmente zerlegt, durch Gelelektrophorese werden die DNA-Fragmente der Länge nach sortiert und mit einem Farbstoff sichtbar gemacht. |
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Arbeitsschritte: |
Material: |
Erläuterungen: |
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A) Restriktions- spaltung der Plasmide
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5 Eppendorf-Gefäße und Eppendorfständer | Minireagenzgläser aus Plastik |
| 2 Gilson-Pipetten(gelb) 2 Gilson-Pipetten(blau) | gelb=20µl bzw.100µl blau =1000µl | |
| Pipettenspitzen (gelb und blau) | nicht an der Spitze anfassen! | |
| Mini-Zentrifuge | Zur Vermischung der Tropfen | |
| Thermoblock | Erhitzen der Eppendorf-Gefäße | |
| Stoppuhr | Dauer der DNA-Spaltung messen | |
| 5 Plasmid-DNA-Proben (A,B,C,D und Tatort) | Aufbewahrung: -20oC ! | |
| Pufferlösung B (Aufbewahrung: -20oC) | sorgt für zellähnliches Milieu | |
| Restriktionsenzym BamH I (Aufbewahrung:-20oC) |
Erkennungssequenz: |
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| Restriktionsenzym Hind III (Aufbewahrung:-20oC) | Erkennungssequenz: |
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| Nucleic Acid Sample Loading Buffer (Aufbewahrung:-20oC) | blauer Farbstoff für Elektrophorese | |
| Dest. steriles Wasser (autoklaviert) | Lösungsmittel | |
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B) Gel- elektrophorese |
Elektrophoresekammer | Siehe unten |
| Spannungsgerät | " " | |
| Mikrowellengerät | Erhitzen:Agarose/Wassergemisch | |
| Erlenmeyer 100ml, Messzylinder | Ansetzen des Gels | |
| Agarose-Pulver | Gel-Rohstoff (Agar) | |
| elektron. Waage | Abwiegen der Agarose | |
| TAE-Puffer-Lösung | Lösungsmittel, Leitfähigkeit | |
| Marker-DNA | Aufbewahrung: -20oC ! | |
| Schutzhandschuhe | ||
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C) |
Azur-B-Chloridlösung, Färbeschale | Färbung der DNA-Fragmente |
| dest. Wasser | Entfärbung des Gels | |
| Schutzhandschuhe | ||
| Durchführung: A) Restriktionsspaltung der DNA-Plasmide |
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Thermoblock auf 37Grad vorheizen (s.A5) |
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| A1) Stellen Sie die 5 Plasmid-DNA-Proben bereit. |
Kühl halten bis zum Gebrauch! |
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A2) Stellen Sie ebenfalls 5 leere Eppendorf-Gefäße bereit und beschriften Sie diese wasserfest mit A, B, C, D, und Tatort. |
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| A3) Pipettieren Sie nacheinander in jedes Eppendorf-Gefäß: (gelbe Pipette, gelbe P.Spitzen) |
10µl DNA-Lösung (jeweils aus einer anderen Plasmidprobe) |
| 2µl Pufferlösung B | |
| 2µl Schneide-Enzym BamH I | |
| 2µl Schneide-Enzym Hind III | |
| 4µl dest. Wasser (autoklaviert) | |
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20µl Gesamtvolumen |
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Hinweise zum Pipettieren: - Pipettenspitze bei Wechsel der Substanz immer wegwerfen. - Werden mehrere Substanzen in ein Eppendorf-Gefäß pipettiert, nicht mit der Pipettenspitze in den vorigen Tropfen tauchen. Zur Sicherheit durch kurzes Zentrifugieren den Tropfen auf den Gefäß-Boden treiben. - Der letzte Tropfen Lösung in der Spitze der Mikropipette wird dadurch entfernt, dass die Innenwand des Gefäßes mit der Pipettenspitze berührt wird. |
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| A4) Zentrifugieren (5Sek.) und vermischen der Substanzen durch vorsichtiges Antippen mit den Fingerspitzen. |
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| A5) Anschließend werden die Eppendorf-Gefäße für 1 h bei 370C im Thermoblock inkubiert, bis der "Restriktionsverdau" abgeschlossen ist. Stoppuhr einstellen! (Evtll. zwischendurch erneut mischen) | |
| Während die Plasmide im Thermoblock gespalten werden, kann mit B1), der Herstellung des Agarose-Gels begonnen werden. | |
| A6) Danach wird zu jeder Lösung 4µl "Nucleic Acid Sample Loading Buffer" pipettiert und zentrifugiert/gemischt. Bei Bedarf könnte man jetzt die Proben einige Tage bei -20oC einfrieren. | |
| B) Gelelektrophorese: Sortieren der DNA-Fragmente der Länge nach. | ||
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B1) Herstellung des Agarose-Gels |
Zunächst wird die TAE-Pufferlösung angesetzt: 7ml TAE (kl.Messzylinder) werden mit dest. Wasser auf 350 ml Lösung aufgefüllt (gr.Messzylinder) | |
| Gelherstellung: 0,3 g Agarose-Pulver wird mit 30 ml TAE in einem Erlenmeyerkolben in der Mikrowelle aufgekocht. (Einstellung: 400 Watt 1min) Das Gel ist fertig, wenn die Lösung klar und ohne Schlieren und Klumpen ist! Kurz abkühlen lassen, bis ca. 55 Grad (Handrückentest!) |
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| Gießen des Gels: Das flüssige Gel wird in den Gelschlitten eingefüllt. Durch zwei schwarze Metallkeile wird verhindert, dass Gel in die benachbarten Elektrodenräume fließt. Der Schlitten muss so orientiert sein, dass die Bohrungen für den Kamm in Richtung des Minuspols (schwarz) liegen! Nach Einstecken des Kamms mit 15 Zähnen härtet das Gel in ca. 15 min aus. Anschließend werden die Dichtungskeile gezogen und die restliche TAE-Puffer-Lösung (ca.300ml) wird in die Elektrodenkammern geschüttet, bis das Gel mit Pufferlösung bedeckt ist. |
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Achtung: A.6 nicht vergessen! |
Kamm vorsichtig herausziehen. Zum Probenauftrag nimmt man die blaugefärbten Proben ggf. aus dem Gefrierschrank, lässt sie auftauen und zentrifugiert/ mischt sie kurz. Mit frischen Pipettenspitzen lässt man je 10µl DNA-Lösung in die Taschen des Gels hineinlaufen. Die Taschen dürfen nicht verletzt werden! Zum besseren Kontrast einen schwarzen Keil unter die Apparatur legen! Um die Größe der DNA-Fragmente abschätzen zu können, lässt man in der linken und rechten Rand-Tasche einen DNA-Marker mitlaufen. |
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B2) Auftragen der Proben
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B3) Elektrophorese |
Der Deckel der Apparatur wird geschlossen und an das Spannungsgerät angeschlossen. Bei 100 Volt läuft die Elektrophorese ca.40-60min. Dann sollte die blaue Bande (Bromphenolblau) am unteren Ende (Pluspol) angekommen sein. | ![]() |
| C) Färbung der DNA - Banden | |
| Nach Ausschalten der Spannung und Ziehen des Netzsteckers wird der Deckel der Apparatur wieder entfernt. Nun wird das Gel vorsichtig in eine kleine Färbeschale überführt. Vorsicht: Das Gel ist glitschig und brüchig! Es wird ca. 100ml der Azur-B-Chlorid- Färbelösung zugegeben und für ca.10 min gefärbt. (Immer wieder schwenken!) Die Färbelösung wird zurückgeschüttet. Anschließend werden zum Entfärben der Gelmatrix 100ml dest. Wasser zugegeben. Unter ständigem Schwenken und Erneuern des Wassers entfärbt sich die Gelmatrix. (Evtll. das Wasser in Mikrowelle erwärmen) Das Gel kann jetzt zur Archivierung auf dem OH-Projektor fotografiert werden oder gescannt werden. |
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| D) Auswertung | |
| Das Ergebnis des Versuchs "Genetischer Fingerabdruck durch RFLP (Simulation)" sollte sich in etwa so darstellen wie in der Abbildung. Die beiden Banden in jeder Bahn auf dem Gel (die dritte Bande bei Verdächtigem D mit ca. 12000 Basenpaaren (bp) wird vernachlässigt) mit unterschiedlichen Molekulargewichten (der Marker in der ganz rechten Bahn erlaubt ein Abschätzen der Fragmentgrößen) sollen die beiden VNTRs-Abschnitte der untersuchten Personen repräsentieren. Man erhält zwei Banden, da auf den zwei homologen Chromosomen in jedem menschlichen Genom das väterlich und mütterlich vererbte Erbgut enthalten ist. Ein gleiches Bandenmuster mit exakt gleichen Fragmentgrößen bedeutet mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit identische Personen. | ![]() |
| Mit Hilfe des genetischen Fingerabdrucks lassen sich auch Verwandtschaftsverhältnisse nachweisen, z.B. in Vaterschaftstests. Hier muss beim Kind eine Bande mit der Mutter, die zweite mit dem Vater identisch sein. Man betrachte dazu die Abbildung. Wer ist der Vater?
In einem Mordfall in Arizona wurde zum ersten Mal in der Justizgeschichte der DNA-Fingerabdruck einer Pflanze benötigt.
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| Zeitplanung: |
Experiment: DNA-Fingerabdruck |
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Arbeitsschritt |
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Restriktionsspaltung |
A1)-A4) |
Pipettieren |
15' |
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A5) |
Schneiden der DNA |
60' |
B1) zeitgleich mit A5) | ||
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Gelelektrophorese |
B1) |
Herstellung des Agarose-Gels |
30' | Pause/ Theorie | |
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B2) |
Auftragen der DNA-Fragmente |
15' |
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B3) |
Elektrophorese |
40' |
Aufräumen | ||
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Färben/Entfärben |
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Anfärben der DNA-Banden |
15' |
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Herauswaschen der Hintergrundfärbung |
20' |
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Auswertung |
D) |
10' |
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Gesamtdauer: |
ca. 3h |
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Zahl der Schüler :
Das NaT-Working -Set zur DNA-Untersuchung enthält 3
Elektrophoresekammern. Somit können drei Schüler-Arbeitsgruppen zeitgleich die Arbeitsschritte zur DNA-Spaltung und Elektrophorese durchführen.
Lernvoraussetzungen: Bau der Bakterienzelle, Plasmide, Bau und Funktion der DNA
Restriktionsenzyme:
Funktion der Restriktionsenzyme: Ein Restriktionsenzym (genauer: Restriktionsendonucleasen) erkennt eine ganz bestimmte Nukleotidsequenz in der DNA und kann die DNA an dieser Stelle spalten (schneiden). Es gibt verschiedene Sorten von Restriktionsenzymen für unterschiedliche Schnitte. Sie werden aus Bakterien gewonnen. Ihre biologische Aufgabe ist es, die eingedrungene DNA von Phagen unschädlich zu machen.
Elektrophorese:
Trennprinzip der Gelelektrophorese: Unter Elektrophorese versteht man eine Trennmethode für biologische Moleküle (Proteine, DNA, RNA) mit Hilfe eines elektrischen Feldes. Die in der Pufferlösung negativ geladenen DNA-Fragrnente wandern im elektrischen Feld, wobei die kleineren DNA-Stücke schneller durch das Maschenwerk des Agarose-Gels gelangen als die größeren. Nach der Elektrophorese wird das Gel mit einem speziellen Farbstoff angefärbt, um die einzelnen
DNA-Banden sichtbar zu machen. Jede Bande enthält Millionen von DNA-Bruchstücken von einer ganz bestimmten Größe.
DNA und Enzyme: Die Plasmid-DNA sowie die Restriktionsenzyme, die in diesem Versuch verwendet werden, können gefahrlos gehandhabt werden. Es werden keine lebenden Organismen verwendet, so dass keine Maßnahmen zur Desinfektion getroffen werden müssen. Sauberkeit ist jedoch wichtig, um Kreuzkontaminationen innerhalb der Versuchsansätze (darunter fällt z.B. die unbeabsichtigte
Übertragung von Enzymen zwischen verschiedenen Reaktionsröhrchen) zu vermeiden und gute Ergebnisse zu erzielen. Einwegspitzen und Mikroröhrchen können gefahrlos im Abfalleimer für Kunststoff-Recycling entsorgt werden.
Agarose-Gel: Wenn ein Mikrowellengerät zum Schmelzen des Agarose-Geles eingesetzt wird, ist es wichtig, das Gel in ein unverschlossenes Gefäß zu stellen. Um ein Anbrennen oder Verklumpen zu verhindern, muss das Gel gerührt werden.
VORSICHT! Heiße, geschmolzene Agarose kann plötzlich überkochen (Siedeverzug!). Sie muss daher vorsichtig gehandhabt werden.
DNA-Färbemittel: Es müssen Schutzhandschuhe getragen werden, um zu verhindern, dass die DNA-Färbelösung mit der Haut in Berührung kommt. Sie ist zwar nicht giftig-, die Haut nimmt aber vorübergehend den Farbstoff an.
VORSICHT! Die Gelelektrophorese-Apparatur arbeitet mit 100 Volt Gleichspannung.
Literatur:
-Experimente zur molekularen Biologie: Jan Brix / Chris Meisinger Inst. f. Biochemie Universität Freiburg 2001
-Dokumentation der Lehrerfortbildung "Gentechnik bei Pflanzen" Stuttgart März 2000
-Schlüter Biologie:Genetischer Fingerabdruck / -ChiuZ 1994 Nr.2 / -UB Nr.246/Juli1999 / -PdN-Bio Nr.7 1995 u.Nr.2 2000
| Protein-Versuche: Protein-Fingerabdruck |
| Begriffe wie Genomanalysen oder "Genomics"
haben mittlerweile Eingang in den normalen Wortschatz erhalten. Hierbei
werden Chromosomen von verschiedener Organismen (u.a. Mensch) in ihrer
Basenabfolge analysiert und katalogisiert. ( "HUGO"=
humanes Genomprojekt). Diese Gensequenzen sind für die Wissenschaft jedoch so lange nutzlos, bis man ihre Genprodukte - die Proteine - kennt. Aber über das Zusammenspiel verschiedener Proteine in der Zelle, oder darüber, welche Proteine überhaupt exprimiert ("translatiert") werden, sagt "Genomics" nichts aus. Proteine sind die wichtigsten Bausteine des Lebens und übernehmen im Körper viele Funktionen: Enzyme, Membranproteine, Transportproteine, Hormone..). Die DNA hat hierbei lediglich die Aufgabe eines Informationsspeichers. Ein noch schwierigeres Vorhaben als die fast abgeschlossene Entschlüsselung des Genoms ist die Entschlüsselung des menschlichen Proteoms, der Gesamtheit aller menschlichen Proteine. Bisher sind jedoch nur ca. 5000 Proteine (von ca. 500.000) bekannt. Zu diesem Problem hat sich aktuell ein neuer Wissenschaftszweig, die "Proteomics" entwickelt. Hierbei wird die Gesamtheit der zu einem bestimmten Zeitpunkt (z.B. vor und nach einer Medikamenteneinnahme), unter ganz bestimmten Bedingungen (z.B. Stresseinwirkung) und an einem ganz bestimmten Ort (z.B. einer Tumorzelle) vorhandenen Proteine analysiert. Durch Vergleich des Protein-Profils einer kranken Zelle mit ihrer gesunden Nachbarzelle lassen sich oft erste Hinweise über Krankheitsursachen gewinnen. Die Entzifferung der Proteine verspricht also Heilungschancen für viele Krankheiten. In der Lebensmittelüberwachung ist die Bedeutung des Protein-Profils besonders gewachsen: Ist in Kalbsleberwurst auch drin, was auf dem Etikett steht? Nicht selten entdeckten Lebensmittelkontrolleure in Rindersalami nur Schweinefleisch oder Hühnerbrühe wurde mit billigerem Putenfleisch gestreckt. Angesichts der BSE-Gefahren wollen viele Verbraucher sicher sein, dass z.B. kein Rindfleisch in ihrer gekauften Wurstsorte enthalten ist. Auch der Nachweis gentechnisch veränderter Lebensmittel erhält in Zukunft große Bedeutung. Transgene Pflanzen mit artfremden Genen enthalten auch neue Proteine. Man wird in Zukunft z.B. gentechnisch veränderte Lebensmittel sehr einfach mit dieser Methode identifizieren können. Dazu wird das Vorhandensein eines Fremdproteins (z.B. eines Selektionsmarkerproteins) oder das Fehlen eines bestimmten endogenen Proteins untersucht. In der Evolutionsforschung spielt der Vergleich der Proteine ebenfalls eine große Rolle: Je ähnlicher die Proteinausstattung z.B. des Blutserums, desto ähnlicher muss auch die zugrundeliegende DNA sein, d.h. je geringer die genetische Distanz, desto enger die Verwandtschaft. |
| Die Erstellung eines Protein-Fingerabdrucks (z. B. Fleischsorten, Fruchtsäfte, Kartoffelsorten..) |
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Da die Sequenz und
Struktur eines jeden Proteins durch eine spezifische kodierende
DNA-Sequenz festgelegt wird, können auch Protein-Fingerprints letzlich
Aussagen über die genetische Ausstattung einer Art machen. Ähnlich wie
beim DNA-Fingerprinting kann man durch Protein-Fingerprinting also
evolutionäre Verwandtschaftsverhältnisse beschreiben. |
| Die SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese (SDS-PAGE) | |
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Bei der SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese werden Gemische verschiedener Proteine nach ihrem Molekulargewicht aufgetrennt. Die Proteinproben werden durch Zugabe des starken Detergens (=Seife) SDS (Natriumdodecylsulfat) und ß-Mercaptoethanol (=Reduktionsmittel) und anschließendes Erhitzen (95oC) denaturiert. Alle Proteine liegen im Anschluss an diese Denaturierung in einer ähnlichen, stäbchenartigen Form vor und sind durch das SDS stark negativ geladen. Das ß-Mercaptoethanol reduziert, d.h. spaltet eventuell vorhandene Disulfidbrücken innerhalb oder zwischen den Molekülen. |
![]() |
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Legt man nach Auftrag
der Proben auf das Gel ein elektrisches Feld an, wandern die Proteine zur
Anode (+). Die Wanderungsgeschwindigkeit der Proteine hängt dabei fast
nur von ihrem Molekulargewicht ab; ihre Eigenladung ist durch das SDS
völlig überdeckt. Das SDS-PAGE kann man sich als eine Art Molekularsieb
vorstellen, das aus langen Polymeren des Acrylamids besteht und durch
Bisacrylamid quervernetzt wurde. Größere Proteine werden im Geflecht
stärker zurückgehalten, wandern also langsamer. |
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| Material und Chemikalien: | |
| Thermoblock | Hitzedenaturierung | ||
| Stoppuhr | Zentrifuge, Elektrophorese | ||
| Elektrophoreseapparatur | Trennung der Proteine | ||
| Gel-Gießstand | Hilfe zum Gießen der Platten | ||
| Gilsonpipetten | |||
| Hamiltonpipette | Einfüllen der Proben in die Geltaschen | ||
| Schutzhandschuhe | |||
| Laemmli-Buffer
+ ßME |
Lösungsmittel,
Denaturierung der Proteine, Farbstoff, Fertiglösung Lagerung bei 4o C |
SDS: H3C-(CH2)10-CH2-0S03- Na+ | |
| ßMercaptoethanol: HO-CH2-CH2-SH | |||
| Bromphenolblau | |||
| Laufpuffer: BioRad | Tris/Glycin/SDS-Fertiglösung: Leitfähigkeit | Lagerung bei Raumtemperatur | |
| Proteinmarker (fertig) | Zur Abschätzung der Molekülgrößen | Lagerung bei -20o C | |
| Trenngel-Lösung (fertig) |
Rotiphorese Gel Fertig-Lösung (Acrylamid) |
8 mL | Lagerung
bei 4o C ca. 1 Woche |
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SDS-Lösung 10% (Sodiumdodecylsulfat) |
170 µL | ||
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dest. Wasser |
5,3 mL | ||
| Tris 1,88 M, pH 8,8 (Puffer) | 3,5 mL | ||
| Starter |
APS-Lösung 10% (Ammoniumperoxodisulfat): Starter |
100 µL | Zugabe bewirkt Polymerisation zu Polyacrylamid |
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TEMED (Tetramethylethylendiamin) Radikalbildner |
10 µL | ||
| Sammelgel-Lösung
(fertig) Im Bereich der Geltaschen zur besseren Auftrennung |
Rotiphorese Gel 30 Lösung (Acrylamid) |
830µL |
Lagerung ca. 1 Woche bei 4oC möglich |
| Tris 0,5 M, pH 6,8 (Puffer) | 500 µL | ||
| dest. Wasser | 3,6 mL | ||
| SDS-Lösung 10% (Sodiumdodecylsulfat) | 50 µL | ||
| Starter |
APS-Lösung 10% (Ammoniumperoxodisulfat) : Starter |
40 µL | Zugabe bewirkt Polymerisation zu Polyacrylamid |
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TEMED(Tetramethylethylendiamin) Radikalbildner |
5 µL | ||
| Isopropanol | Glätten des Gels | ||
| Coomassie- Färbelösung (fertig) |
Ethanol
40% , Essigsäure7% , Coomassie Brilliant-Blue R250 0,4% dest. Wasser ad 100% |
Raumtemperatur (Abzug) | |
| Coomassie- Entfärbelösung (fertig) |
Ethanol
30% , Essigsäure10% dest. Wasser ad 100% |
Raumtemperatur (Abzug) | |
| Durchführung: |
| A) Herstellung der verschiedenen
Protein-Proben: Rindfleisch, Schweinefleisch, Putenfleisch und unbekannte Probe |
| 1)
Stellen Sie die Proben der verschiedenen Fisch- bzw. Fleischarten bereit.
Es genügt eine Menge, die einer Messerspitze entspricht (ca. 100
mg). Fettbestandteile sollten möglichst entfernt werden, da sie das Laufverhalten der Proteine in der Gelelektrophorese stark beeinträchtigen! Stellen Sie ebenfalls das Eppendorfgefäß mit dem Proteinmarker bereit. 2) Geben Sie zu jeder Fleischprobe 500 µL Laemmli Sample Buffer +ME und zum Proteinmarker 50 µL Laemmli Sample Buffer +ME und lassen Sie anschließend die Eppendorfgefäße 10 min bei 950C im Thermoblock inkubieren. Zur Vorbereitung der Proben sollten
Einmalhandschuhe getragen werden, da die Eppendorf-Gefäße durch die
Hitze aufspringen können! |
| 3)
Alle 4 Proben werden 1min
in der BioRad-Zentrifuge (bei 6000 rpm) zentrifugiert. Pipettieren Sie aus jedem Gefäß den Überstand in neu beschriftete Eppendorfgefäße. 4) Dieser Überstand mit dem denaturierten Proteingemisch wird weiterverwendet für die Gel- Elektrophorese. ( Bei Bedarf könnten die Proben jetzt zur Aufbewahrung eingefroren werden) |
| B) Gelelektrophorese | |||||
| 1)
Herstellung des Trenngels:
(ca. 17 mL, für 2 BioRad-Gele ausreichend) Es ist äußerst wichtig, beim folgenden Gießen der SDS-Gele Einmalhandschuhe zu tragen, da Acrylamid in seiner unpolymerisierten Form giftig ist! |
|||||
5 mL der vorbereiteten Trenngellösung wird mit 30 µl der 10%igen APS-Lösung sowie 3 µl TEMED versetzt und zügig mit der 1000µl -Pipette in den Hohlraum zwischen die beiden Glasplatten pipettiert bis das Flüssigkeitsniveau bis zur Markierung angestiegen ist. Anschließend wird zu Glättung mit Isopropanol überschichtet (ca. 5 mm hoch). Nach ca. 10 bis 15 min ist das Trenngel polymerisiert. Das Isopropanol wird weggegossen, die Oberfläche vorsichtig mit dest. Wasser gespült und mit einem Filterpapier getrocknet. |
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| 2)
Herstellung der Sammelgellösung
(ca. 5 mL, für 2 BioRad-Gele ausreichend) Um das Sammelgel zu gießen, werden 4 mL der Sammelgellösung mit 30µL der 10%igen APS-Lösung sowie 4 µL TEMED versetzt und zügig mit der 1000µl -Pipette in den übriggebliebenen Hohlraum zwischen die beiden Glasplatten pipettiert. Anschließend wird sofort der Kamm eingesetzt (10 Zähne). Nach ca. 10 - 15 min ist auch das Sammel-Gel polymerisiert. Danach den Kamm vorsichtig entfernen! |
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| 3)
Zusammenbau der Gelapparatur und Elektrophorese: Der Gelrahmen wird wieder aus dem Gießstand entfernt und die beiden Glasplatten mit dem dazwischenliegenden Gel (=Gelkassette) ihrerseits aus dem Gelrahmen entnommen (optional wird an dieser Stelle mit einem Fertiggel begonnen). Die Gelkassette wird in den Elektrodenstand eingesetzt, so dass die kürzere Gelplatte nach innen (!) zeigt. Auf der gegenüberliegenden Seite wird optional eine weitere Gelkassette oder eine Blindplatte als Abdeckung eingesetzt (es können also 10 oder 20 Proben in einem Gellauf untersucht werden) Dieser Aufbau wird wie auf dem Bild beschrieben in den Klammerrahmen eingesetzt. Durch gleichzeitiges Herunterdrücken des Elektrodenstands und Umlegen der zwei Hebel nach innen (s. Abbildung) wird die innere Kammer zusammengesetzt. Die innere Kammer wird schließlich in den Pufferbehälter eingesetzt: Die innere Kammer und der Pufferbehälter werden mit Tris/Glycin/SDS-Puffer aufgefüllt, die äußere Kammer zwecks einfacherem Probenauftrag noch nicht ganz bis zum oberen Rand. Man benötigt insgesamt 1L Tris/Glycin/SDS-Puffer (10x Lösung von BioRad muss dazu 10fach verdünnt werden, d.h.100ml mit dest. Wasser auf 1l auffüllen). |
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| 4)
Probenauftrag: Die Probenauftragshilfe wird auf die Apparatur aufgesteckt. Mit einer Hamiltonspritze können jetzt die aufbereiteten Proben vorsichtig - d.h. ohne aus Versehen einen Teil der Flüssigkeit in Nachbar- Taschen zu bringen - in die Geltaschen aufgetragen werden. Es empfiehlt sich, auf den beiden Platten verschiedene Mengen zu versuchen: 5µL bzw. 10µL Reihenfolge protokollieren: Proteinmarker, Probe A bis X. Hamiltonpipette nach jeder Probe in der vorderen Pufferkammer spülen! Probenauftragshilfe entfernen! Der Deckel wird auf den Pufferbehälter aufgesetzt (Falschpolung ausgeschlossen) und an das Spannungsgerät angeschlossen. Die Elektrophorese wird 45 - 60 min bei 200 V durchgeführt. Die Elektrophorese sollte abgeschaltet werden, wenn die blaue Bromphenolblau-Bande am unteren Gelrand angelangt ist. |
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| C) 1)Coomassie-Färbelösung: | |||||
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Alle Bestandteile der Apparatur werden in umgekehrter Reihenfolge wieder auseinandergenommen, bis man die Gelkassette mit dem SDS-Gel vor sich liegen hat. Diese wird unter Zuhilfenahme eines Spatels oder grünen Keils von BioRad vorsichtig aufgehebelt und das Gel in die Coomassie-Färbelösung (ca.100 mL) überführt. Nachdem die Lösung in der Mikrowelle auf ca. 80oC gebracht wurde, wird für ca. 20 min unter ständigem Schwenken gefärbt. |
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2)
Coomassie-Entfärbelösung: |
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| 3) Archivierung | |||||
| Zur Archivierung wird das Gel ca. 30 min in einer Ethanol/Glycerin-Lösung inkubiert, zwischen zwei in derselben Lösung (angefeuchtete Zellophan-Folien gelegt und in den Trockenrahmen (NOVEX) eingespannt. Das Gel ist nach ca. 12 h getrocknet und kann aus dem Rahmen entnommen werden. | |||||
| D) Auswertung : "Erstellung eines Proteinfingerabdrucks (hier verschiedene Fleischproben)" | |||||
| Das Ergebnis des
Versuchs "Erstellung eines Proteinfingerabdrucks (z.B. Fisch oder
Fleisch)" sollte in etwa so aussehen wie in der Abbildung. Die
zahlreichen Banden, die im SDS-PAGE sichtbar werden sollten,
repräsentieren einen Teil der Proteine der untersuchten Fleischproben.
Nicht alle Proteine können mit Coomassie angefärbt werden, da die
Sensivität für gering exprimierte (=translatierte) Proteine beschränkt
ist.
Man erkennt, dass jede Fleischart (Pute, Rind, Schwein) ein ganz charakteristisches Muster an Proteinbanden zeigt. Bestimmte Banden kommen nur in einer der untersuchten Fleischsorten vor und können so auch zur Identifikation von Fleischsorten dienen (s. "unbekannte Probe). Auch in Fleischgemischen lässt sich so die Frage beantworten, ob z.B. Rindfleisch enthalten ist. (Vgl. auch Text in der Einleitung zu diesem Versuch) |
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| Schülerzahl: 3 (max.4) Schülergruppen, da drei Elektrophorese-Apparaturen mit max. 3 Gelplatten |
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Lernvoraussetzungen: Sicherheit: |
| Zeitplanung: |
Experiment: SDS-PAGE |
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Arbeitsschritt |
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Proteindenaturierung |
A1) - A2) |
Pipettieren, Inkubieren |
15' |
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A3) - A4) |
Zentrifugieren, Pipettieren |
5' |
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Gelelektrophorese |
B1) - B2) |
Herstellung des Polyacrylamid-Gels |
45' |
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B3) |
Auftragen der Protein-Proben |
15' |
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B4) |
Elektrophorese |
60' |
Aufräumen | ||
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Färben/Entfärben |
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Anfärben der Protein-Banden |
20' |
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Herauswaschen der Hintergrundfärbung |
30' |
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Archivierung |
20' | ||||
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Auswertung |
D) |
5' |
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Gesamtdauer: |
ca. 3,5h |
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