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Die Steuerung der
Genaktivität bei Prokaryoten: |
| Von den etwa 4000 Genen des Bakteriums E-coli
sind nur ca. 600 "angeschaltet" d.h. werden transkribiert. Der
Rest der genetischen Information wird - um Energie zu sparen - nur bei
Bedarf abgelesen. Def. adaptive Enzyme: Enzyme, die nur bei Bedarf produziert werden. Def. konstitutive Enzyme: Enzyme, die für den Stoffwechsel unentbehrlich sind und permanent produziert werden. |
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1) Anschalten Genaktivität d.h. der Enzymproduktion durch das abzubauende Substrat: Substratinduktion |
| Problem: Wie "weiß" ein Gen, wann es aktiv werden muss, um ein Protein/Enzym synthetisieren zu lassen? |
| Versuch: E-coli Bakterien leben normalerweise auf Glukose haltigem Substrat als Energiequelle. Sie könnten jedoch auch andere Zucker verwerten z.B. Milchzucker (=Laktose). Die zum Abbau zu Glukose notwendigen Enzyme werden jedoch nur dann produziert, wenn es "opportun" ist, d.h. die zugehörigen Gene sind also solange abgeschaltet (Energie!), bis das abzubauende Substrat im Nährmedium auftaucht. Sehr schnell (ca. 3min) nach Zugabe von Laktose zum Nährmedium lässt sich ein neues Enzym (beta-Galaktosidase) nachweisen. Nach Verbrauch der Laktose sinkt die Enzymkonzentration wieder auf den winzigen Ausgangswert zurück. |
| Deutung: Das Gen für das Enzym b-Galaktosidase
wurde vom zugehörigen Substrat Laktose selbst angeschaltet - oder
umgekehrt: Das Substrat Laktose induziert die Synthese "seines"
Enzyms = Substrat-Induktion Dies setzt voraus, dass das Gen für b-Galaktosidase zusätzlich zum Enzym codierenden DNA-Abschnitt = Strukturgen(e) noch "Regulierungsbereiche" enthalten muss. Man nennt diesen gesamten Komplex: OPERON |
| wichtige Definitionen: Substratinduktion: "Anschalten" des Gens zur Synthese eines Enzyms durch das zugehörige Substrat. Operon: Strukturgene(S) + zugehörige Steuerungsregion: Promotor(P) und Operator-Gen(O) Zu einem Operon gehören: P+O+S Regulatorgen: DNA-Abschnitt, der für ein Repressor-Protein ("Repressor") codiert. (Muss nicht in der Nachbarschaft des Operons liegen) Repressor: Allosterisches Protein, das an die Operator- Region bindet, und so die RNA-Polymerase blockiert. (frei diffundierbares Protein!) Operator(gen): Kontrolliert durch Bindung des Repressors die Transkription der Strukturgene (ohne selbst für Proteine zu codieren) Promotor: Hier ist der Startplatz für die RNA-Polymerase, die über den Operator zu den Strukturgenen gleitet. Strukturgene: Gene, die für die Synthese der benötigten Stoffwechsel-Enzyme codieren. (Hier: 3 Enzyme zur Laktose-Verwertung.) |
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Schema zur Substrat-Induktion am Beispiel des
lac-Operons |
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2) Abschalten der
Genaktivität d.h. der Enzymproduktion durch ein angehäuftes Endprodukt |
| Problem: Wie "weiß" ein Gen, wann es inaktiv werden muss, um die Produktion eines Proteins/Enzyms zu stoppen? |
| Beim einem Bakteriumstamm entdeckten Jacob und Monod 1953,
dass in Gegenwart der Aminosäure Tryptophan die Produktion der Enzyme,
die zur Bildung von Tryptophan nötig waren, eingeschränkt wurde. Durch
das Endprodukt der Genwirkkette werden Gene dieser Kette abgeschaltet,
(d.h. die Produktion von Enzymen als Genprodukte ). Vorsicht: Nicht mit Endprodukthemmung bei allosterischen Enzymen verwechseln! |
| Unterschied: Substratinduktion: Hier stellt das Regulator-Gen einen aktiven Repressor her, der allosterisch vom Substrat gehemmt wird. Diese Regulation startet einen abbauenden Stoffwechselweg. Endproduktrepression: Hier stellt das Regulator-Gen einen inaktiven Repressor her, der allosterisch durch das Endprodukt der Stoffwechselkette aktiviert wird. Diese Regulation stoppt einen aufbauenden Stoffwechselweg. |
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Schema zur Endproduktrepression am Beispiel der
Synthese von Tryptophan (trp-Operon) |
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Genaktivierung bei Eukaryoten: Beispiel: Die Wirkung bestimmter Hormone |
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Als Gen-Regulatoren sind
Hormone besonders wichtig. Das weibliche Geschlechthormon Östrogen
bewirkt z.B. in Hühnern die
Aktivierung des Gens zur Herstellung des
Ovalbumins (= Haupt-Eiweißbestandteil im Hühnerei).
Das Östrogen gehört chemisch zu den Steroidhormonen, deren besondere
Eigenschaften ihre gute Fettlöslichkeit und Beständigkeit gegen
Verdauungssäfte sind. Durch seine Fettlöslichkeit kommt das Östrogen leicht
durch die Zellmembran hindurch und gelangt so ins Zellinnere der Zielzellen.
Im Zellplasma verbindet sich das Hormon mit einem spezifischen
Rezeptorprotein zu einem Hormon-Rezeptor-Komplex. Dieser Komplex gelangt
durch die Kernporen in den Zellkern. Dort bindet er sich wiederum spezifisch
an eine bestimmte Chromosomenregion im Startbereich bestimmter Gene. Die
Folge ist eine Genaktivierung: Die Transkription des Gens für Ovalbumin wird
stimuliert -> Synthese des Proteins Ovalbumin.
Gibt man Hühnern zwei Wochen lang
Östrogen ins Futter, dann findet man nach dieser Zeit bis zu 48000 mRNA -
Moleküle pro Zelle, die für Ovalbumin codieren. Stoppt man die Hormonzugabe,
so findet man nach zehn Tagen nur noch vier mRNA-Moleküle pro Zelle.
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| Übungsaufgaben: | |
| 1a) Durch Mutationen können die
Kontrollmechanismen am lac-Operon außer Gefecht gesetzt werden. Welche
Folge hat eine Mutation im Regulator-Gen (= i-Mutante), bzw.
im Operator-Gen (= o-Mutante) für die Regelung der Enzymproduktion?
1b) Pflanzt man beiden Mutanten gentechnisch über ein Plasmid zusätzlich ein intaktes
lac-Operon inklusive Repressor-Gen in die Zellen ein, dann kann man i-Mutanten von o-Mutanten
experimentell unterscheiden: Eine der beiden Mutanten zeigt dann wieder
ein normal regelbares lac-Operon. Welche Mutante ist das? Begründung mit Skizzen vom lac-Operon. |
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| 2) In dieser Grafik ist dargestellt, wie sich eine
Bakterien-Mutante mit nicht mehr hemmbarer Tryptophanproduktion im
Wettbewerb mit einer Wildform in der gleichen Nährlösung verhält. a) Nennen Sie mögliche Ursachen der ungehemmten (konstitutiven) Enzymproduktion. b) Beschreiben Sie die Kurve und deuten Sie die das Ergebnis der Konkurrenz mit dem Wildtyp. |
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3a) Welche Regulation bewirkt schneller die Hemmung des Stoffwechsel-Endprodukts D? 3b) Begründen Sie die zwei unterschiedlichen Arten von Regulation auf verschiedenen Ebenen. |
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4) Bakterien können die Aminosäure Arginin selbst
herstellen, wenn sie nicht im Nährboden vorhanden ist. Die Grafik zeigt
den Verlauf der Konzentration des zur Arginin-Synthese notwendigen Enzyms.
Zum Zeitpunkt Null wurden die Bakterien auf einem Arginin freien
Nährboden ausgebracht. Erklären Sie beide Kurvenverläufe mit dem Jacob-Monod-Modell. |
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5) Die Zellteilung normaler Zellen wird
durch Aktivierung bestimmter Gene gestartet. Im folgenden Schema ist die
Regulierung der Genexpression, die zu normaler Zellteilung führt
vereinfacht dargestellt.
a) Beschreiben und erklären Sie die
Vorgänge, die eine Zellteilung starten.
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| Lösungsvorschlag: | |
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