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Beispiel einer Basenaustausch-Mutation
(Autosomal
rezessive
Erbkrankheit ):
Durch eine Basenaustausch-Mutation kommt es zu einer
Störung bei der Bildung des roten Blutfarbstoffes. Es wird ein abnormes
Hämoglobin gebildet, dessen Wasserlöslichkeit und
Sauerstofftransportvermögen verringert ist.
Das Hämoglobinmolekül besteht aus 4 gefalteten
Proteinuntereinheiten mit je ca. 140 Aminosäuren (zwei
alpha-Ketten und zwei beta-Ketten). Hämoglobin ist ein
wasserlösliches Protein, d.h. an der Oberfläche der
Quartärstruktur befinden sich Aminosäuren mit
hydrophiler Seitenkette. Durch Austausch einer
hydrophilen Aminosäure durch eine hydrophobe Aminosäure
in den beiden identischen beta-Ketten entstehen
"hydrophobe Oberflächeneinbuchtungen". Dies bewirkt,
dass die veränderten Hämoglobinmoleküle im Zellplasma
der Erythrozyten miteinander "verkleben" und lange
Fasern bilden, die die Zellen in die "Sichelform"
ziehen. Die roten Blutkörperchen können dann keinen
Sauerstoff mehr transportieren und neigen zu
Verklumpungen, die die engen Blutkapillaren verstopfen
können. Schmerzen, Fieber, Gehirnschäden, Herzversagen
und viele weitere Organschäden sind die Ursache für
vorzeitigen Tod (meist vor dem 14.Lebensjahr).
Heterozygote Genotypen sind nahezu gesund und sind
außerdem für Malaria weniger anfällig. Dieser Vorteil
hat zur Folge, dass in Malariagebieten Afrikas bis zu
40% der Bevölkerung Genträger sind.
Molekulargenetische
Ursache:
Im
Hämoglobin-Molekül (roter Blutfarbstoff) ist durch eine Basenaustausch-Mutation die Aminosäure
Nr.6 vertauscht:
Statt
der Aminosäure Glutaminsäure (Glu)
mit hydrophiler Seitenkette findet man bei
Kranken die Aminosäure Valin (Val)
mit lipophiler Seitenkette.
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