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Moderne Verfahren zur Identifikation von DNA: Der genetische Fingerabdruck, die Gelelektrophorese. |
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Der genetische Fingerabdruck: |
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| Verwendung: Kriminaltechnik (seit 1985), Vaterschaftsnachweise, Verwandtschaftsbeziehungen (Evolution), Identifizierung von Genen.. | |
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| Molekularbiologische Informationen zu dieser Technik: | |
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In jeder Zelle tragen wir zwar unsere komplette Erbinformation (ca.3 Milliarden Basenpaare), doch in nur ca. 3 Prozent der DNA steckt der Bauplan unseres Körpers, 97 Prozent sind ohne bekannte Funktion (= nicht kodierende DNA). Auf verschiedene dieser "funktionslosen" Abschnitte (sog. Introns) haben es die Biologen abgesehen, denn ihre Längen sind von Mensch zu Mensch verschieden. Innerhalb dieser Abschnitte gibt es viele verschiedene sog. VNTR-Loci (Variable Number of Tandem Repeats) oder STR-Gene ("Short-Tandem-Repeat-Gene), die aus Wiederholungen derselben kurzen Basensequenz (z.B. ACTG) bestehen. Diese Wiederholungssequenzen (="Stottersequenzen") sind unterschiedlich lang, da die Anzahl der Stottersilben in einem STR-Gen bei verschiedenen Menschen unterschiedlich groß ist und von daher zur Identifizierung einer DNA-Probe herangezogen werden kann. Man erwartet pro VNTR-Locus und untersuchter Person 2 Banden, d.h. 2 Allele des STR-Gens, die von den beiden homologen Chromosomen (eins vom Vater, eines von der Mutter) stammen. Je mehr verschiedene STR-Gene untersucht werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei nicht verwandte Personen das gleiche Bandenmuster haben. Untersucht man z.B. acht STR-Gene, dann ist die Wahrscheinlichkeit bereits so gering, dass rein statistisch ein einziger Mensch aus der gesamten Erdbevölkerung identifiziert werden könnte. In der Fachliteratur wird eine Wahrscheinlichkeit von 4x10-11 dafür genannt, dass zwei nicht verwandte Personen das gleiche Bandenmuster haben; bei Verwandten liegt sie immer noch unter 4x10-5. Nur bei eineiigen Zwillingen scheitert das Verfahren, denn die haben identische Erbanlagen. |
| Es
gibt zwei Verfahren, wie die DNA-Stücke aus der Gesamt-DNA gewonnen werden: a) Wenn genügend DNA-Material vorliegt: (Benötigt werden 50.000 bis 500.000 Zellkerne) Das RFLP (Restriktions-Fragment-Längen-Polymorphismus) - Verfahren b) Wenn nur eine winzige
Menge DNA vorliegt: (Benötigt werden nur wenige Zellkerne, das entspricht ca. 1milliardstel Gramm DNA) |
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| zu a) Das RFLP (Restriktions-Fragment-Längen-Polymorphismus) - Verfahren | |||||||||||||||||||||||||||||||||
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Diese VNTR-Loci werden durch spezifische Schneide-Enzyme = Restriktionsenzyme als "Schnipsel" = DNA- Fragmente verschiedener Länge herausgeschnitten. Um sie der Länge nach zu sortieren und um sie sichtbar zu machen müssen noch eine Reihe weiterer Schritte folgen. (siehe unten) |
Schema: Homologes Chromosomenpaar mit VNTR-Loci verschiedener Länge | ||||||||||||||||||||||||||||||||
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| zu b) Das PCR-Verfahren: DNA-Vervielfachung durch die Polymerase-Kettenreaktion | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| Meist sind die Tatort-Spuren so winzig, dass für die RFLP-Methode zu wenig DNA vorliegt. Deshalb wird heute meist das PCR-Verfahren angewendet, für dessen Entwicklung
Kary Mullis 1993 den Nobelpreis erhielt.. Hier werden ebenfalls die für jeden Menschen charakteristischen kurzen DNA-Loci mit Wiederholungssequenzen
= STR-Gene (s.o.) gesucht. Nur diese werden dann aber millionenfach im Reagenzglas vervielfacht (polymerase-chain-reaction).
Voraussetzung ist die Analyse der Basensequenz vor und hinter dem zu
kopierenden Gen, um komplementäre Primer-Moleküle zu synthetisieren. Diese synthetisch hergestellten
einsträngigen DNA-Moleküle ("Primer") lagern sich mit ihrer komplementären
Basensequenz an die Erhitzen in DNA-Einzelstränge zerlegte "Tatort"-DNA an
und markieren als "Startermoleküle" Anfang und Ende des gewünschten
STR-Gens für die (hitzebeständige) DNA-Polymerase. Als Ausgangsmaterial reichen wenige Zellkerne.
(siehe vereinfachtes Schema).
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Ergebnis Der PCR ist eine Doppelbande pro STR-Gen,
da auch die STR-Gene in zwei Allelen vorliegen und in der Regel auf den
homologen Chromosomen eine unterschiedliche Länge d.h. unterschiedliche
Wiederholungshäufigkeit der "Stottersequenzen" aufweisen.
Anschließend werden die DNA-Fragmente der Länge nach durch Gelelektrophorese sortiert und nach Anfärbung ausgewertet. (siehe unten) |
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So läuft der Test im kriminaltechnischen Labor ab: (vereinfacht)
Auswertung: |
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Tabelle 1: Ergebnis eines DNA-Fingerprints Lesehilfe: Die Zahlen, zum Beispiel 6 / 9.3 beim gesuchten STR-Gen "TH01" geben die Länge dieses DNA-Abschnitts bei Tatort-DNA und Verdächtigen-DNA an. Jedes Tabellenfeld enthält zwei Zahlenangaben, weil die Erbinformation in jeder Körperzelle doppelt vorliegt: ein STR-Allel vom Vater, ein STR-Allel von der Mutter des Verdächtigen.
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| Die
Wahrscheinlichkeit, dass zwei Menschen zufällig in
allen sechs STR-Genen die gleichen Zahlenwerte besitzen ist winzig
klein |
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| Schema: Nachweis eines Gens mit Gensonde |
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| Der Vaterschaftstest |
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| Genetischer Fingerabdruck bei Pflanzen: | |
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Ein Eichenblatt als Zeuge verändert nach http://www.stern.de/panorama/2-kriminaltechnik-csi-deutschland-602807.html Der "genetische Fingerabdruck", etwa aus Hautschuppen, überführt inzwischen Mörder, die sich Jahrzehnte sicher wähnten. Sogar der Gen-Code von Pflanzen hatte bereits seine forensische Premiere. Es war ein vertrocknetes Eichenblatt, das einen hoffnungslos erscheinenden Mordfall aus Wuppertal aufklären half. Im November 1998 fand die niederländische Polizei in einem Wald bei Venlo neben einer Straße die Leiche einer 30-jährigen Afrikanerin. Indizien führten schnell zu ihrem Ehemann, mit dem sie in Wuppertal im Streit gelebt hatte. Doch mangels Beweisen kam der Mann aus Togo aus der U-Haft frei. Fünf Jahre später lieferte ein Wuppertaler Kripo-Mann, der den Fall wieder aufrollte, im BKA ein unscheinbares Eichenblatt ab, das gleich nach der Tat im Kofferraum des Verdächtigen sichergestellt worden war. Ein BKA-Mann reiste nach Venlo, wo er Blätter von Eichen pflückte, die in der Nähe der Stelle wuchsen, wo die Leiche gefunden worden war. Dann zermahlte er dieses Material zu Pulver, löste die Zellen auf, isolierte und reinigte die empfindliche DNA. Nach endlosen Stunden mit Pipetten, Küvetten und einem surrenden Monster namens Kapillar-Elektrophoresegerät konnte er das Blatt aus dem Kofferraum mit Proben von 41 Bäumen in Venlo vergleichen. An einem Samstagabend, als er allein in seinem Labor war und sich über die Peaks der ausgedruckten Kurven beugte, machte es plötzlich Bingo: "Spur 102". Das Eichenblatt aus dem Kofferraum entsprach exakt dem Baum "S 10", der unmittelbar neben der erdrosselten Afrikanerin gestanden hatte. Der Mann aus Togo bekam wegen Totschlags acht Jahre Haft. Von Wolfgang Metzner |
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Science fiction: Jurassic park |
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| Schema: DNA-Profil (Der Spiegel) | ||||
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