Nebennierenhormone  --  Stressreaktion
Def.:   Stress:        Belastungszustand des Körpers bzw. der Psyche

Def.:  Stressor:   Faktoren, die Stress auslösen (Angst, Schmerz, Rivalen = sozialer Stress)

1)      Fight+Flight-Syndrom  (FFS) Kurzzeit-Stress Sympathikus(vNS) und
Nebennierenmark (NNM)       
Adrenalin  als Transmitter und Hormon
blitzschnelle Anpassung des Körpers an Gefahrensituationen, die ca. 15 min. anhält.
2)     Allgemeines- Anpassungs- Syndrom  (AAS)   Langzeit-Stress Nebennierenrinde (NNR) Corticoide (Cortisol)
Anpassung an anhaltende Stressbedingungen, Stressresistenz
zu 1):     Das FFS ist ein Beispiel für die Zusammenarbeit von NS und HS.
Beispiel:  plötzliche Gefahr (z.B.: Raubtier)à körperliche Leistungsbereitschaft für Flucht oder Angriff.
(a) blitzschnell ausgelöst vom Nervensystem (NS): (b) dann ergänzt und abgelöst vom Hormonsystem (HS):  anhaltend bis15min  
Sympathikus-Reaktion mit Adrenalin als Transmitter;  Adrenalin aus NNM als Hormon.
 In Gefahrensituationen, in denen der ganze Organismus auf körperliche Leistungsbereitschaft eingestellt werden muss, ist es sinnvoll die Organe zu dämpfen, die unnötig Energie benötigen würden, die besser den Muskeln für Flucht oder Angriff zu Verfügung stünden .

             Organsysteme, die in Stresssituationen gehemmt werden :
  •  Verdauungsorgane
  •  Immunorgane und
  •  Fortpflanzungsorgane.
        
         Organsysteme, die in Stresssituationen aktiviert werden :
  •     Herz-Kreislauf – System : z.B. Steigerung der Pulsfrequenz, Blutdruckerhöhung
  •    Atmungssystem : z.B. Steigerung der Atemfrequenz
  •     Skelettmuskulatur : z.B. bessere Durchblutung, Bereitstellung von Energie
  •     Pupillen werden erweitert

    Schema:
     Steuerung des FFS:

     Bei Gefahr wird über den Sympathikus der Körper auf Leistungsbereitschaft eingestellt. Gleichzeitig wird das Nebennierenmark zur Abgabe des Hormons Adrenalin angeregt. Auf diese Weise bleibt der Zustand bis zu 15 min erhalten.

zu 2) Die Anpassung an Langzeitstress:
     Bei anhaltender Stresssituation, d.h. anhaltend hoher Adrenalinkonzentration im Blut,
     kommt es über einen hormonellen Regelungsmechanismus zur Stimulierung der Neben-
     nierenrinde. Deren Hormone bewirken die  Stressresistenz.

 Bildungsort der Glucocorticoide : Nebennieren – Rinde ( NNR )
 Wirkung der Glucocorticoide :  
      Die Hormone der NNR ( z.B. Cortisol ) bewirken allgemein, dass der Körper
     stressresistenz wird . Alle Körperfunktionen werden so eingestellt, dass der Körper einer
     anhaltenden Gefahrensituation gewachsen ist :
                    z. B.    --  anhaltend hohe Pulsfrequenz
                              --  anhaltend hoher Blutdruck
                              --  anhaltend hohe Blutzuckerkonzentration
     Alle Körpervorgänge, die zusätzlich Energie beanspruchen würden, werden gedämpft :
     z. B.   
--  Regeneration und Wundheilung (Entzündungshemmung)
                --  Immunsystem (Hemmung der Antikörperbildung)
                --  Fortpflanzungsorgane
                --  Verdauungsorgane

Diese Vorgänge werden anders als beim FFS nur hormonell gesteuert. Hormonelle Regelungen laufen aber viel langsamer ab. Die Verzögerung beruht darauf, dass
       
1)  chemische Botenstoffe viel langsamer transportiert werden als Nervenimpulse
        2)  die Hormonproduktion nicht direkt vom Zwischenhirn aus veranlasst wird, sondern
               hierarchisch über die Hypophyse als Zwischeninstanz und über Steuerhormone.

Schema :                                                                                 

Hormonregulation der Corticoide:

Anhaltend hohe Konzentration von Adrenalin stimuliert den Hypothalamus zur Ausschüttung von CRH* ( = ACTH** - RH***)  ins Blut.
   *   =  Corticotropin – Releasing Hormon
   **  =  Adrenocorticotropes Hormon
   *** = Releasing Hormon= Freisetzungshormon
     

     à Die Hypophyse wird dadurch stimuliert, das Steuerhormon ACTH ( “Nebennieren-
     rindenstimulierendes „ Hormon ) ins Blut freizusetzen. Die Nebennierenrindenzellen
     reagieren auf ACTH mit der Produktion von Glucocorticoiden, die ebenfalls in die Blut-
     bahn abgegeben werden.
   

Kulturelle Veränderung der Stressreaktion

  • Bei Bedrohung (Autoverkehr, Vorgesetzter...) dürfen wir nicht mehr mit körperlichen Reaktionen antworten;

  • Kreislauf und Herz leiden unter Höchstbelastung ohne dass Muskelarbeit diesen Zustand entspannt;

  •  Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck) und Magen-Darm-Erkrankungen.

            

             

Experimentelle Befunde bei stressgeschädigten Mäusen (AAS) (à  Überbevölkerung, Rivalen):

1.      Herz-Kreislauf-Schäden durch chronischen Bluthochdruck;

2.      Magen-Darm-Krankheiten durch dauernde Blockierung (Magengeschwür);

3.      Verkümmerte Thymusdrüse (Immunorgan);  

4.      Stark vergrößerte Nebennieren (weil chronisch hohe ACTH-Konzentration im Blut);

5.      Verkümmerte Keimdrüsen à  Unfruchtbarkeit.

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