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Das Hormonsystem --- das zweite Steuerungssystem des Körpers |
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Vergleich Hormonsystem -- Nervensystem: |
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| Nervensystem: | Hormonsystem | |
| Geschwindigkeit | schnell (bis 100m/s) | langsamer (bis 0,5m/s) |
| Wirkungsdauer | kurz | länger anhaltend |
| Informationsweg | eigene Nervenbahnen | Blutbahn |
| Wirkungsort | Synapsen / postsynaptische Rezeptoren | Zielzellen mit Rezeptoren |
| Steuerzentrale | ZNS | Zwischenhirn/Hypothalamus |
| technischer Vergleich | "Telefon": direkte, exklusive aber energieaufwendige Verbindung zwischen Sender und Empfänger | "Radio": Meldung an alle, die auf Empfang eingerichtet sind |
| Gemeinsamkeiten von Hormonen und Transmitter: | chemische Botenstoffe | |
| Bindung an spezifische Rezeptoren | ||
| Abbau in unwirksame Produkte | ||
| Vergleich/ Unterschiede: Transmitter - Hormon | ||
| Transmitter | Hormon | |
| Bildungsort | Endknöpfchen/synaptische Vesikel | Drüsen/Gewebe |
| Wirkungsort | Postsynaptische Rezeptoren | Rezeptoren der Zielzellen |
| Reichweite | sehr kurz: synaptischer Spalt | groß: gesamter Körper |
| Transport | passiv: Diffusion | passiv: Blutstrom |
| Wirkungsdauer | sehr kurz (msec) | lang anhaltend (min) |
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Damit ergänzen sich NS und HS in ihrer Wirkung. Dies kann man am besten am Beispiel der Stressreaktion zeigen, wo Adrenalin sowohl als Transmitter als auch als Hormon mitwirkt. s.u. |
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| Hormondefinition: | ||
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Hormone sind chemische Signalstoffe (Botenstoffe), die in Drüsen gebildet, vom Blutstrom
im Körper verteilt, von Zielzellen mit Rezeptoren erkannt werden, die sie zu spezifischen Reaktionen veranlassen. Hormone sind nicht artspezifisch, aber wirkungsspezifisch. (Sie wirken in geringsten Konzentrationen, werden in der Leber abgebaut und über die Nieren im Urin ausgeschieden.) |
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| Die Hormondrüsen des Körpers: |
Arbeitsblatt |
| Die wichtigsten Hormone und ihre Wirkungen im Körper |
Arbeitsblatt |
| Über- und Unterfunktion von H.drüsen |
Arbeitsblatt |
| Chemische Einteilung der Hormone |
s.u. |
| Nachweis eines Hormons: (biol.Test) | |
| 1) Entnahme der Drüse | Beobachtung der Ausfallerscheinungen |
| 2) Wiedereinpflanzung (=Reimplantation) (an anderer Stelle !) | Ausfallerscheinungen gehen zurück |
| Deutung: | chemischer Botenstoff à keine Nervenbeteiligung |
| 3) Injektion des Drüsenextraktes |
Ausfallerscheinungen gehen zurück |
| Deutung: | Extrakt enthält keine lebenden Zellen mehr à chemischer Botenstoff à Hormon |
| 4) Chemische Isolierung des Hormons aus dem Extrakt wie 3) à wiederholen | Ausfallerscheinungen gehen zurück |
| 5) künstliche Synthese des Hormons | |
| Historische Beispiele: Nachweis einiger Hormone durch den biologischen Test | |
| Hormone wirken in so geringer Dosis, daß sie chemisch sehr schwer nachweisbar sind à Nachweis durch ihre biologische Wirkung. | |
| Kastrationsexperimente mit Hähnen | siehe Blatt |
| Schilddrüsenexperimente mit Kaulquappen | siehe ABI-Aufgabe Je mehr Thyroxin, desto schneller verwandeln sich Kaulquappen in Frösche (nicht artspezifisch!) |
| Schwangerschaftstest mit Fröschen (Progesteron) | Injektion von Schwangeren-Urin in Frösche führt zu Eiablage |
| Hahnenkammtest (Testosteron) | Quantitative Messung der Zunahme des Hahnenkamms bei Weibchen |
| Steuerung des Hormonsystems: | |
| Das Hormonsystem ist hierarchisch aufgebaut: Die meisten Hormondrüsen werden über eine dreistufige hierarchische Befehlskette kontrolliert. Das Hormonsystem ist dem Zwischenhirn (Hypothalamus) untergeordnet: Der Hypothalamus steuert die Hypophyse(vorderlappen) HVL (=Steuer-Hormondrüse des Körpers) über (1)Freisetzungshormone (=Releasing-Hormone). Die Hypophyse stimuliert die Hormondrüsen durch (2)Steuerhormone. Die Hormondrüse produziert erst das (3)Hormon, das in den Zielzellen die gewünschte physiologische Wirkung auslöst. Über- bzw. Unterproduktion werden durch Regelkreise mit negativer Rückkopplung vermieden. | |
Lage der Hypophyse im Kopf:
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| Skizze Regelkreisschema: | |||
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| Eine zu hohe bzw. zu niedrige Hormonkonzentration im Blut wird durch negative Rückkopplung vermieden. Ist die Konzentration zu hoch, dann "schaltet das Hormon seine eigene Produktion ab", indem es die Ausschüttung der
Releasing-Hormone bzw. der Steuerhormone hemmt. |
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Chemische Einteilung der Hormone |
Eiweißhormone (Insulin, HVL-Hormone..) | keine Tabletten! Injektion | hydrophil |
| Aminosäureabkömmlinge (Thyroxin,Adrenalin) | Tabletten/Injektion | Adrenalin=hydrophil Thyroxin=lipophil |
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| Steroide (Testosteron,Oestrogen,Cortison..) | Tabletten/Injektion/Salbe | lipophil | |
| Molekulare Wirkung der Hormone:
Hormone sind Botenstoffe, die in Zielzellen eine spezifische
Stoffwechsel-Aktivität auslösen. Die "Boten" werden aber von den
Zielzellen nur verstanden, wenn in einer "Schlüssel-Schloss-Reaktion"
das Hormon mit einem passenden Rezeptor zu einem Hormon-Rezeptor-Komplex reagiert.
Dieser Rezeptor befindet sich entweder außerhalb der Zelle auf der
Zellmembran oder innerhalb der Zelle im Zellplasma. |
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Zusammen- |
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| Inaktivierung der Hormone: Um die Hormonwirkung zeitlich zu begrenzen, müssen Hormone relativ schnell abgebaut werden. Dies geschieht auf verschiedenen Wegen: - freie Hormon-Moleküle in der Blutbahn: Abbau in der Leber, Ausscheidung über Niere (Urinproben bei Hormondoping-Verdacht) - Hormonmoleküle in Hormon-Rezeptor-Komplexen auf der Zellmembran: Endocytose und lysosomaler Abbau - Hormone in intrazellulären Hormon-Rezeptor-Komplexen: Enzymatischer Abbau |
| Übungsfragen: a) Erklären Sie mit Hilfe des "fluid-mosaic"-Modells der Biomembran die unterschiedliche Durchlässigkeit für Hormone. b) Die Basedowsche Krankheit beruht auf einer Autoimmunreaktion, bei der Antikörper die Rezeptoren der Schilddrüse besetzen und diese so dauerhaft stimulieren. Welche Krankheitssymptome sind die Folge? Begründen sie mit dem Regelkreis-Schema, wie die Steuerung dadurch blockiert wird. Wie könnte man die Krankheitssymptome verhindern? |
| Lösungsvorschlag: |