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Angewandte Genetik: Züchtung |
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Merke: Die Auslese von Modifikationen (z. B. die größten Samen) innerhalb der genetisch festgelegten Reaktionsnorm, d. h. innerhalb einer reinerbigen Sorte ist zwecklos! Man braucht neue genetische Variationen entweder durch a)Mutation oder |
| Zuchtziele: |
| 1) bei Tieren: a) Fleischertrag, Milchertrag, Eierzahl, b) Mode - Phänotypen bei Haustieren (Fellfarbe, Haarlänge..), c) Kraft, Ausdauer, d) Instinkteigenschaften: Zahmheit, Zutraulichkeit, e) Lederqualität. u. v. a. 2) bei Pflanzen: |
| Züchtungsmethoden |
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1) Auslesezüchtung, 2) Kombinationszüchtung, 3) Heterosiszüchtung (Hybrid-Züchtung) 4) Mutationszüchtung 5) Neue
und neueste Züchtungsmethoden. |
| zu 1) Vorwissenschaftliche Zuchtmethode : Aus einer Ernte werden die Samen oder die Tiere mit erwünschten Merkmalen bevorzugt weiter fortgepflanzt, z. B. Hund (vor ca. 10.000 Jahren bis heute ca. 200 Rassen). (Vorsicht: Auslese von Modifikationen sind zwecklos, es muß eine Mutation sein!) zu 2) Züchtung durch Kreuzung von Rassen mit Eigenschaften, die in einer neuen Rasse kombiniert auftreten sollen ( siehe 3. Mendelregel = Regel von der Neukombination). z. B. Weinreben: Rebensorte A x Rebensorte B großfruchtig kleinfruchtig
Nachteile (Risiken): Genetische Verarmung, da in der Regel nur bestimmte reine Linien in Massen gezüchtet werden. Für die Kombinationszüchtung werden durch Inzucht reinerbige Zuchtlinien gekreuzt. Man legt deshalb sogenannte Genbanken an, d. h. Samen von alten Kulturpflanzen werden erhalten und bei Bedarf im Kampf gegen neue Schädlinge auf ihre Resistenz geprüft. Das gleiche Problem tritt in der Tierzüchtung auf.
Folgen für die Züchtung: Man muß gezielt für die Aussaat Hybridsamen züchten, um eine Ertragssteigerung zu bewirken. |
| Beispiel: Züchtung von Hybridmais ( Saatgutzüchtung) |
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| Vorteil: Das F1-Saatgut ist uniform, d. h. alle Pflanzen sind gleich groß; Nachteile: Beispiel mit 6 Allelpaaren: Elternlinie P1= Sorte A: AA bb CC DD ee ff (alle rezessiven Allele seien wachstumshemmend, ertragsmindernd) Elternlinie P2= Sorte B: aa BB cc dd EE FF Elternlinie A und B sind kleinwüchsige, inzuchtsdepressive (da reinerbige) Pflanzen (nur je 3 wachstumsfördende dominante Allele). Sie dienen nur zur Saatgut-Gewinnung. Hierzu werden z.B. den Pflanzen der Linie A die männlichen Blüten abgeschnitten, sodass sie sich nicht mehr selbst bestäuben können. liegt das Feld mit Linie B direkt daneben, dann dienen sie als Bestäuber. Kreuzungsschema: P: Linie A x Linie B AA bb CC DD ee ff x aa BB cc dd EE FF F1 -Hybride: Aa Bb Cc Dd Ee Ff Die F1-Hybriden sind uniform und großwüchsig, weil sich alle 6 dominanten wachstumsfördernden Allele
im Phänotyp durchsetzen. |
| zu 4) Mutationszüchtung: Durch Auslese natürlicher Mutanten oder durch gezielte Mutationsauslösung durch Chemikalien, Strahlung ... werden neue genetische (Zufalls)Varianten erzeugt. a) Genmutationen: Ursache: Durch Mutationen entstehen neue Allele à neue Phänotypen b) Genommutationen: Beachte:Auch in der Natur steigt der Anteil an polyploiden Pflanzen an, wenn die Lebensbedingungen sehr hart sind. (In den Polarregionen sind 70% der Pflanzen natürlich polyploid. Merke: Ungerade Chromosomensatz-Zahlen 3n, 5n, 7n ... führen zu Sterilität, d. h. keine Samenbildung möglich, da keine geordnete Meiose möglich ist. |
| Herstellung einer triploiden Pflanze: |
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| Allopolyploidie - Artbastarde |
| Def. Allopolyploidie:Vereinigung polyploider Genome von verschiedenen Pflanzenarten zu Artbastarden. (Autopolyploidie ist die Vervielfältigung des eigenen Chromosomensatzes s.o.) z. B.: Zwetschge: 48 Chromosomen Die Zwetschge ist ein Artbastard aus : Die Zwetschge ist ein Artbastard der durch Kreuzung zweier verschiedener Pflanzenarten entstanden ist. Im Karyogramm der Zwetschge erkennt man den doppelten Chromosomensatz der Schlehe AA und den doppelten Chromosomensatz der K.Pflaume BB. |
| Schemat. Darstellung: Entstehung eines Artbastards |
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Schemat. Darstellung: Weizen als Artbastard |
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| Übung: Begründen Sie, warum das Maultier als Artbastard zwischen Pferd und Esel unfruchtbar ist. |