Modifikation

Def.:     a) nichterbliche
            b)  umweltbedingte  Änderung des Phänotyps

è siehe Vergleich mit Mutation

Arten von Modifikation:
1)  fließende Modifikation:
 Stufenlose Abwandlung eines Merkmals, z. B. Blattgröße, Körperlänge, Samengröße usw.

 2) umschlagende Modifikation: Ein Merkmal ändert sich schlagartig durch  Umweltänderungen, z. B. Russenkaninchen mit schwarzem Fell an kühlen Körperstellen und weißem Fell an den anderen Körperstellen.
Ursache: Temperaturabhängige Enzymaktivität.

Problem:
Wie geht man experimentell vor, wenn man eine Mutation von einer Modifikation unterscheiden will?  
Bsp.: Man findet im Gebirge eine Zwergform, z. B. des Löwenzahn.  Handelt es sich um eine Zwergmutante oder um eine Modifikation?  

Lösung:  
Man muß entweder erbgleiche Nachkommen im Tal aussäen oder einen erbgleichen Ableger im Tal anbauen.

à Wenn unter Talbedingungen ein ganz normal großer Löwenzahn entsteht, liegt Modifikation vor, d.h. die Körpergröße war umweltbedingt verschieden, d. h. keine Zwergmutante.  

Beachte: Würde man die Größe der Menschen in Deutschland grafisch auftragen, ergibt sich eine ähnliche Kurve! Warum ist es keine Modifikationskurve?
Ergebnis:
Es entsteht eine Zufallskurve mit Mittelwert und (+) bzw. (-) Abweichern. 
Je breiter die Kurve desto mehr ist das Merkmal von Umweltfaktoren abhängig;  à auch erbgleiche Individuen können sich extrem unterscheiden, z. B. Pflanzengröße; Bei sehr enger Kurve ist die Umweltabhängigkeit gering; z. B. Blütenfarbeà gute Wachstumsbedingungen haben hier kaum Einfluß auf das Merkmal.  
Merke: 
Vererbt wird bei den meisten Merkmalen eine bestimmte „Variationsbreite“ = Reaktionsnorm,  d. h. innerhalb dieser kann das Merkmal je nach Umwelt schwanken. 

Wie kann man Modifikationskurven verändern?
à
  Die Reaktionsnorm kann nicht verändert werden, aber der Mittelwert kann verschoben werden, z. B. Pflanzengröße nach optimaler Düngung:   

Übung:

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