XY-Typus:  Wirbeltiere (u.a.)

è Geschlechtschromosom ([Heterosom] = Gonosomen)  legen das Geschlecht fest.

beim Menschen:
XY  
à   männlich         (bei einigen Vögeln/Fischen: XY  à    weiblich)
XX  à   weiblich         (bei Bienen: unbefruchtete haploide Eierà  männlich)

 

:  46 Chromosomen, davon 44 (2 x 22) Autosomen und 2 Gonosomen X und Y (auf dem Y-Chromosom liegen Gene, die ab dem 3.Schwangerschaftsmonat die Entstehung männlicher Gonaden steuern)
: 46 Chromosomen, davon 44 Autosomen und 2 Gonosomen X und X (fehlt das Y-Chromosom, dann entwickelt sich ein weiblicher Embryo)
                                                     
 

Chromosomale Geschlechtsbestimmung:
Kreuzungsschema:

Da auf dem X-Chromosom viele lebenswichtige Gene liegen (z.B.Blutgerinnung), sind männliche Embryonen genetisch stärker gefährdet als weibliche. Diese haben 2 X-Chromosomen d.h. auch für jedes Gen 2 Allele. Nur wenn beide Allele defekt sind, kommt es zu einer rezessiven Erbkrankheit .
sind jedoch hemizygot, d.h. sie haben alle X-chromosomalen Gene nur einfach! Jedes Defekt-Gen führt phänotypisch zu einer Erbkrankheit, da ein zweites, intaktes Allel fehlt. (siehe gonosomale Erbkrankheiten)
Geschlechtsdiagnose:
Wie bestimmt man praktisch das genetische Geschlecht eines Menschen?

Äußerlich oft nicht erkennbar durch Fehlbildungen im Embryo:à als Mädchen aufgewachsene Menschen können auch genetisch männlich seinà z.B. besonders athletische „weibliche“ Sportlerinnen

Ab 1972 wurde ein Sextest bei Olympiaden eingeführt, der ohne großen Aufwand das genetische Geschlecht bestimmt:

 Sex-Chromatin-Test:     (Barr-Körperchen)

Man findet bei Frauen in normalen Interphase-Zellkernen (Haarwurzelzellen, Mundschleimhautzellen) einen winzigen, leicht färbbaren Punkt  (= inaktives X-Chromosom): Barr-Körperchen = "Sex-Chromatin".

Deutung:
Das Barr-Körperchen ist ein „nicht ausgepacktes“, d. h. aufspiralisiertes X-Chromosom, von dem Frauen ja 2 besitzen!
à bei  Mann und Frau scheint nur ein X-Chromosom aktiv zu sein, à bei Frauen entscheidet der Zufall, welches der beiden X-Chromosomen nach einer Zellteilung eingepackt bleibt, à wenn auf dem X-Chromosom äußerlich erkennbare Merkmale vererbt wurden (z. B. Irisfarbe, Fellfarbe....), dann kommt es (bei Frauen) zu einem sog. Mosaik, d. h. Gewebe bereiche in dem  das eine oder andere Allel aktiv ist (z. B. Frauen mit gefleckter Iris: Blau-Braun, "Drei-Farben-Katzen": sowohl Scheckung als auch Rotfärbung).  
Ist die Geschlechtsbestimmung durch den Sex-Chromatin-Test unsicher, dann muss ein Chromosomenbild aus der Metaphase der Mitose analysiert werden: Karyogramm (siehe später).
Übung:
Gibt es auch männliche Dreifarbenkatzen? Begründung.

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