Evolution (Abstammungslehre)

Problem:
1) Wie erklärt man die riesige Artenvielfalt auf unserer Erde?
Man kennt heute ca. 1,1 Mio Tierarten und ca. 400.000 Pflanzenarten und jährlich werden noch ca.1000 neue Arten (Insekten, Einzeller, Pilze...) entdeckt. Täglich sterben Arten unwiederbringlich aus. Man nimmt an, dass alle heute lebenden Arten nur ca. 1% aller jemals auf der Erde lebenden Arten repräsentieren. Tiere gibt es von nur einigen Mikrometer großen Einzellern bis zum 30m großen Blauwal, Pflanzen bis zu 120m hohen Mammutbäumen. Auch die Variabilität der Lebewesen ist riesig. Allein von den Rüsselkäfern gibt es 46.000 Arten (bei nur 4150 Säugetier-Arten)!
2) Wie ordnet man diese Vielfalt sinnvoll? d.h. nicht künstlich (nach z.B. Wassertieren, Tieren ohne/mit Beinen/Flügeln oder essbare/giftige Pflanzen..) sondern nach einem logischen Ordnungsprinzip.
Beispiel: Würde ein Kind die Vielfalt der heutigen Autos eher nach Radzahl, Größe, Farbe -also nach äußerer Ähnlichkeit- oder nach Marke oder/und Motortyp- also nach Herkunft bzw. Bauplan einteilen?
Systematik:
Wissenschaft, die sich mit Beschreibung (Morphologie), Benennung (Nomenklatur) und Ordnung der Lebewesen beschäftigt.
Der kleinste Baustein der Systematik ist die Art. Seit dem Begründer der Systematik (Linnè) wird der Artname nach dem Prinzip der Doppelbenennung (=Binominale Nomenklatur) festgelegt. s.u.
Erst die Evolutionslehre machte aus dem künstlichen System der Einteilung nach Ähnlichkeit ein natürliches System der Einteilung nach Verwandtschaft. Hier bedeutet Ähnlichkeit: Bauplanähnlichkeit auf Grund gemeinsamer Vorfahren.
Der Aufbau des Systems und seiner Einteilungskategorien am Beispiel des Tigers:

Deutungsmöglichkeiten der Entstehung der Artenvielfalt:
Schöpfungslehre ( heute: Kreationismus):
Die Vielfalt der Arten ist erschaffen worden und unveränderlich. (Artkonstanz)

Evolutionslehre: Die heutige Vielfalt der Arten ist das Ergebnis einer langen Entwicklung aus einfacheren Vorfahren. (Artwandel)

Wichtige Vertreter der Schöpfungslehre
Carl von Linné: 1707-1778
Verdienst:
Linné klassifizierte und benannte die gesamte damals bekannte Tier- und Pflanzenwelt (ca. 4200 Tierarten und ca. 14000 Pflanzenarten) und stellte sie in ein (künstliches) System von Bauähnlichkeit.
Linné führte den Doppelnamen (binominale Nomenklatur) aller Tier- und Pflanzenarten ein,    z. B.     Homo    sapiens
 Gattung: Homo      Art: Homo sapiens  (Rasse: H. sapiens sapiens)

Fossilien sind zufällige Naturgebilde, nicht Reste von Lebewesen.

Orginal von 1773: "Buschmenschen" werden bereits zusammen mit dem Menschen in die Gattung 
                                  Homo eingeordnet.

Georges Cuvier:1789-1832
Cuvier war der Begründer der Paläontologie. Er erkannte, dass viele Knochenreste heute nicht mehr lebenden Tieren zuzuordnen sind.
à
Katastrophentheorie: Es gab mehrere Sintfluten, bei denen ganze Tiergruppen ausgerottet wurden,(und Neuschöpfungen).

Def. Paläontologie: Wissenschaft von den Fossilien (vom Erdaltertum).

Wichtige Vertreter der Evolutionstheorie:
Jean-Baptiste de Lamarck 1744-1829


Theorie vom "Vervollkommnungstrieb" und der Vererbung erworbener Anpassungen (siehe später)

Alle Lebewesen stehen in einem natürlichen Verwandtschaftsverhältnis

Charles Darwin  1809-1882

Genetische Variabilität und natürliche Zuchtwahl (Selektionstheorie) bewirken den Artwandel. (s.später)

Alle Lebewesen stehen in einem natürlichen Verwandtschaftsverhältnis -auch der Mensch!

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