Zum
Zeitpunkt des Krieges war er ca. 12 Jahre alt, er hatte zwei Brüder und
eine Schwester, die alle jünger waren als er. Sein Vater war Soldat. Er
blieb mit seinen Geschwistern, seiner Mutter und Großmutter in Freiburg.
Er war
zur Zeit des Nationalsozialismus nicht in der Hitlerjugend, weil er zu
jung war, sondern beim Jungvolk, dort gab es Wettbewerbe, die oft
aufregend und auch schön waren. Mittwochs und samstags musste er zum
„Dienst“.
Die
Judenverfolgung und Verhaftung von z.B. Juden aus der Nachbarschaft
bekamen er und die anderen Menschen zwar mit, schauten aber weg.
Infos
über den Krieg bekam er nur über das Radio und die Zeitung, dort wurde
aber ausschließlich von der siegreichen deutschen Wehrmacht berichtet.
Vor dem
27. November 1944, dem Tag des Bombenangriffs, rechnete niemand mit einem
Angriff auf Freiburg, da Freiburg keine große wirtschaftliche oder militärische
Bedeutung hatte. Nachdem aber wichtige Bahnhöfe in Frankreich zerstört
wurden, verlief die einzige Bahnlinie durch Freiburg, dadurch wurde
Freiburg wichtig für Versorgung und Transport.
Der
Krieg war für Kinder und Jugendliche eher spannend und aufregend, an Leid
und Tod dachten sie kaum. Zuerst flogen am 27. November Flieger über
Freiburg hinweg in Richtung Offenburg. Dann aber kamen innerhalb von 23
Minuten über 100 Bomber und warfen ihre Bomben ab. Es wurden alle
angegriffen, keine Rücksicht auf Kinder und Frauen genommen.
Es gab
Alarm, sodass alle in die Luftschutzkeller gehen mussten. Nachbarn von
Herr Beck waren aus Köln und hatten schon miterlebt, was zu tun war, während
die Bomben fielen. Sie halfen der Familie. Die Familie entkam den Bomben
und war in dieser Nacht in drei verschiedenen Notunterkünften
untergebracht, in denen es teils kein fließendes Wasser gab, da die
Leitungen zerstört worden waren. Auch noch Tage nach dem Angriff gab es
in Freiburg durch den Funkenflug Brände. Erstaunlicherweise war Hitler
auch nach diesen Ereignissen noch bei einigen Menschen beliebt.
Zum
Schluss der Stunde wurde die Frage gestellt, ob er z.B. an Silvester, wenn
Feuerwerk und Böller großen Krach machen, an diesen schlimmen Tag
erinnert wird. Er antwortete, dass er bei vielen Situationen daran
erinnert werde und dann Bilder von den vielen Bombern über Freiburg vor
Augen habe. Für viele Menschen sind der Zweite Weltkrieg und die
Bombardements mit einem lebenslangen Trauma verbunden.
„Es
ist erstaunlich, was der Mensch aushalten kann“ meinte Herr Beck am
Ende.
So ging
eine informative und spannende Geschichtsstunde zu Ende.