"Es ist erstaunlich, was der Mensch aushalten kann."
Zeitzeuge des Zweiten Weltkriegs besucht die 9c
 von Sofie Siefert (Text) und Jonathan Walter (Bilder) aus der 9c, bearbeitet von S. Fericean

Aktualisiert am: 30. März 2011

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Im Februar, hatte die 9c einen besonderen Gast im Geschichtsunterricht: Gottfried Beck, der zur Zeit des 2. Weltkriegs in Freiburg wohnte und 1944 den großen Bombenangriff auf Freiburg erlebte.

Zu Anfang der Stunde schaute die Klasse die Dokumentation „Bomben über Freiburg“, in der auch Herr Beck als Augenzeuge zu sehen war, um über die Hintergründe des Anschlags informiert zu sein.

Nach dem Film durften Fragen gestellt werden, dabei moderierte Frau Poster das Gespräch, während Jonathan fotografierte und Sofie sich Notizen für den Bericht für die Homepage machte: Und Herr Beck erzählte von seinen Eindrücken und Erlebnissen während des Krieges.

 

Zum Zeitpunkt des Krieges war er ca. 12 Jahre alt, er hatte zwei Brüder und eine Schwester, die alle jünger waren als er. Sein Vater war Soldat. Er blieb mit seinen Geschwistern, seiner Mutter und Großmutter in Freiburg.

Er war zur Zeit des Nationalsozialismus nicht in der Hitlerjugend, weil er zu jung war, sondern beim Jungvolk, dort gab es Wettbewerbe, die oft aufregend und auch schön waren. Mittwochs und samstags musste er zum „Dienst“.

Die Judenverfolgung und Verhaftung von z.B. Juden aus der Nachbarschaft bekamen er und die anderen Menschen zwar mit, schauten aber weg.

Infos über den Krieg bekam er nur über das Radio und die Zeitung, dort wurde aber ausschließlich von der siegreichen deutschen Wehrmacht berichtet.

Vor dem 27. November 1944, dem Tag des Bombenangriffs, rechnete niemand mit einem Angriff auf Freiburg, da Freiburg keine große wirtschaftliche oder militärische Bedeutung hatte. Nachdem aber wichtige Bahnhöfe in Frankreich zerstört wurden, verlief die einzige Bahnlinie durch Freiburg, dadurch wurde Freiburg wichtig für Versorgung und Transport.

Der Krieg war für Kinder und Jugendliche eher spannend und aufregend, an Leid und Tod dachten sie kaum. Zuerst flogen am 27. November Flieger über Freiburg hinweg in Richtung Offenburg. Dann aber kamen innerhalb von 23 Minuten über 100 Bomber und warfen ihre Bomben ab. Es wurden alle angegriffen, keine Rücksicht auf Kinder und Frauen genommen.

Es gab Alarm, sodass alle in die Luftschutzkeller gehen mussten. Nachbarn von Herr Beck waren aus Köln und hatten schon miterlebt, was zu tun war, während die Bomben fielen. Sie halfen der Familie. Die Familie entkam den Bomben und war in dieser Nacht in drei verschiedenen Notunterkünften untergebracht, in denen es teils kein fließendes Wasser gab, da die Leitungen zerstört worden waren. Auch noch Tage nach dem Angriff gab es in Freiburg durch den Funkenflug Brände. Erstaunlicherweise war Hitler auch nach diesen Ereignissen noch bei einigen Menschen beliebt.

Zum Schluss der Stunde wurde die Frage gestellt, ob er z.B. an Silvester, wenn Feuerwerk und Böller großen Krach machen, an diesen schlimmen Tag erinnert wird. Er antwortete, dass er bei vielen Situationen daran erinnert werde und dann Bilder von den vielen Bombern über Freiburg vor Augen habe. Für viele Menschen sind der Zweite Weltkrieg und die Bombardements mit einem lebenslangen Trauma verbunden.

„Es ist erstaunlich, was der Mensch aushalten kann“ meinte Herr Beck am Ende.

So ging eine informative und spannende Geschichtsstunde zu Ende.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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