Zwangspause nach 59 Jahren – Schüleraustausch mit Dole

Bild: leerer Saal „Napoleon“ der Tanzschule Megadanse in Dole – wo die Lahrer Gruppe in diesem Jahr mit dem Tanzlehrer Jean Martinez keinen Tanz einüben wird, während die Franzosen die Schulbank drücken.

Wegen der allgegenwärtigen Krise wird auch der diesjährige deutsch-französische Schüleraustausch zwischen Lahr und Dole nicht stattfinden. Dabei hatten die Vorbereitungen vielversprechend begonnen. Es hatte der 60. Austausch zwischen Familien und Jugendlichen der beiden Städte werden sollen. Zum ersten Mal seit langem hatte allen interessierten Lahrer Schülerinnen und Schülern eine Partnerin oder ein Partner in Dole gefunden werden können – auch dank der Teilnahme des Collège von Damparis, das erstmalig vor zwei Jahren zum Austausch dazu stieß.

Wie seit Jahrzehnten üblich, treffen sich die verantwortlichen Lehrerinnen zu Beginn eines Jahres im jährlichen Wechsel in Frankreich und in Deutschland, um aus den Interessierten möglichst passende Austauschpaare zusammenzustellen. So waren die Lahrer Kolleginnen Marie-Claude Guillaume und Sibylle Menneking im Januar mit guten Nachrichten für alle Deutschen, aber auch mit einem Päckchen unvermittelter französischer Jugendlicher aus Dole zurückgekommen. Doch dank der Bereitschaft von Lahrer Familien hätte auch vielen dieser Doler – insbesondere Jungen – ein Aufenthalt in Lahr ermöglicht werden können, nachdem ein Aufruf an die Schulgemeinschaften des Scheffel- und des Max-Planck-Gymnasiums gestartet worden war. Mit je 60 Teilnehmenden in Lahr und Dole wäre damit die Jubiläumszahl erreicht worden. Doch die Erfahrung, vor Pfingsten zwei Wochen in einer zunächst fremden Familie zu verbringen, in der man gezwungen ist, die in der Schule gelernte Sprache anzuwenden, werden die Jugendlichen nicht machen können und fast die Hälfte von ihnen muss auf eine zum Teil langjährige Gewohnheit verzichten: das Wiedersehen und Leben mit „ihrer“ französischen Familie.

Auch die Planungen der Aktivitäten und Ausflüge für den für Juli geplanten Aufenthalt der französischen Gruppe in Lahr werden in der Schublade bleiben, um hoffentlich im kommenden Jahr zum 60. Austausch realisiert werden zu können.

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