Auf Darwins Spuren im Naturkundemuseum im Schloss Rosenstein

Teilnehmer der K2 an der Exkursion mit Herr Schillinger, Frau Woitzik und Frau Jankov, Herr Fink war der Fotograf und ist darum nicht auf dem Bild

Am Dienstag den 06.02.2020 haben 28 Schüler der K2 aus den Biologie-Kursen von Herrn Fink, Frau Jankov, Herrn Schillinger und Frau Woitzik das Naturkundemuseum im Schloss Rosenstein in Stuttgart besucht. Das Museum legt einen Schwerpunkt auf die Evolution und stellt die Evolution von Tieren und Menschen, aber auch die von Pflanzen dar.

Nach einer längeren und etwas umständlichen Anfahrt zu dem Museum waren wir alle um circa 11 Uhr im Museum. Dort wurden wir dann in 2 Gruppen eingeteilt und bekamen jeweils einen Guide zugewiesen.

Die Führung begann mit einem kurzen Einblick in die Welt von Darwin, damit wir seine Entdeckungen und Wege etwas mehr nachvollziehen können. Das Ganze wurde durch die ausgestopften Tiere und Skelette auch deutlich anschaulicher für alle. Danach haben wir immer mehr neue Begriffe gelernt und weitere Einblicke in die Evolution bekommen.

Entwicklung der Schädel von Elefanten in den letzten 40 Millionen Jahre

Am Beispiel des Seeteufels verdeutlichten die Guides allen Schüler die Prinzipien der Mimikry und Mimese: das Nachahmen von anderen Lebewesen, um selbst Nahrung anzulocken oder Feinde abzuwehren, und die Tarnung an die natürliche Lebensumgebung.

Immer wieder mussten wir auch selbst Fragen beantworten und versuchen, uns bestimmte Entwicklungen zu erklären. Dadurch brachte das Museum uns auch Analogie und Homologie bei. Analogie ist die ähnliche Entwicklung von Tieren, welche jedoch einen anderen Ursprung und eine ansonsten unabhängige Entwicklung voneinander haben. Hierfür zeigten sie uns verschiedene Mäusearten, welche alle fast gleich aussehen, jedoch auf unterschiedlichen Kontinenten vorkommen. Im Vergleich dazu ist die Homologie die Übereinstimmung von beispielweisen Organen oder Strukturen, aufgrund eines gemeinsamen evolutionären Ursprungs. Dies wurde allen an dem Prinzip eines Millionenjahre alten Tiefseefisches (Quastenflosser) erläutert, welchen es sogar heute noch gibt.

Quastenflosser (Tiefseefisch), der sich über die letzten 400 Millionen Jahre nicht verändert hat

Der anschauliche, auch ausführlich und informativ gestaltete Vortrag endete dann nach circa zwei Stunden. Jeder konnte einige neue Sachen lernen, die wir definitiv demnächst im Biologie-Unterricht brauchen können und, nun ja, auch schonmal grundlegend verstehen.

Nach dem Besuch machten wir alle noch ein Gruppenbild und brachen dann auch zeitnah wieder zum Bahnhof auf, um zurück nach Lahr zu fahren.

Die Exkursion konnte, jedem Schüler persönlich, die Evolution etwas näherbringen und uns allen helfen die extreme Vielfalt und Entwicklung unserer Umwelt besser nachzuvollziehen. 

Weitere Bilder und Fakten:

Anglerfische aus der Tiefsee

Tiefsee-Anglerfische leben in einer Tiefe von mindestens 300 m, dadurch ist die Chance, einen Partner zu finden, sehr gering. Trifft ein Männchen auf ein Weibchen, beißt es sich an ihm fest, um sich zu paaren und den Partner nicht zu verlieren. Da die Männchen sich so nicht mehr ernähren können, fahren sie ihren Kreislauf herunter und entwickeln ihre Körperteile zurück. Damit die Männchen überleben, verbinden sie ihr Herz-Kreislauf-System mit dem des Weibchens. An einem Weibchen können sich bis zu 18 Männchen festbeißen.

Modell eines Riesen-Kalmars

Der Riesen-Kalmar lebt, genauso wie der Quastenflosser, in stabilen Populationsdynamiken bzw. Lebensräumen. Dadurch hat er sich in den letzten Millionen Jahren nicht verändert, wodurch es weltweit nur eine Art gibt. Jedoch könnten durch die Verteilung der Riesen-Kalmare über die ganze Welt irgendwann neue Arten entstehen.

 

 Modell einer Hummel und Wiesensalbei

Ein gutes Beispiel für die Co-Evolution von Organismen sind Hummeln und Wiesensalbei. Der Wiesensalbei hat einen Mechanismus entwickelt, den nur Hummeln auslösen können. Wenn Hummeln auf der Pflanze landen und den Nektar aus der Pflanze saugen wollen, bewegen sich die Staubblätter so, dass die Hummeln an ihrem Hinterleib mit Pollen besetzt werden und so die Pollen zur nächsten Pflanze weitertragen.
Das Problem an solchen Co-Evolutionen ist, dass wenn ein Partner ausstirbt, der andere Partner automatisch auch ausstirbt.

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