„Alle 7-8 Minuten blickt ein Jugendlicher aufs Handy.“

So begann der Abendvortrag von Lena Hargesheimer, zu dem über 100 interessierte Eltern und Schüler in der Mensa des Scheffel-Gymnasiums zusammengekommen waren. Einmal im Jahr organisiert unser Elternbeirat einen Vortrag zu einem aktuellen Thema der Schulgemeinschaft und lädt externe Referenten zum Austausch an die Schule ein. In diesem Jahr fiel die Wahl unserer Eltern in ihrer Reihe „Elternimpulse“ auf die Referentin Lena Hargesheimer von der Drogenhilfe Lahr.

Lena Hargesheimer informierte sachkundig darüber, welche Anziehungskraft von den Medien auf die Jugendlichen ausgeht, und darüber, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Medien aussehen kann. Der Zugang rund um die Uhr, die unbegrenzten Angebote, das Gemeinschaftsgefühl im Netz, das Erleben von Erfolg und Eigenständigkeit bei Spielen wie „Fortnite“ und anderen medialen Beschäftigungsangeboten – diese Themen wurden nicht von oben herab behandelt, sondern Hargesheimer nahm die Faszination für die Jugendlichen ernst, sie  lud die anwesenden Scheffel-Schüler auch dazu ein, selbst die Faszination und das Positive daran zu erklären und stand im Anschluss zu einem offenen Austausch zur Verfügung. Ziel ist es, so die einhellige Meinung des Abends, dass die Familien im Gespräch bleiben, dass Eltern den Kindern eine Struktur im Umgang mit den Medien geben. Hargesheimer plädierte für einhaltbare Regeln, die gemeinsam vereinbart werden, z. B. Spielrunden statt reiner Zeitregelungen. Mit lächelndem Blick fügte sie hinzu, dass es unrealistisch sei, zum Abendessen zu kommen, wenn man drei Minuten davon entfernt sei, „die Welt zu retten“. Eine Spielrunde, die zwischen 15-20 Minuten dauere, sei aus Kindersicht durchaus einhaltbar. Wichtig bleibt es, sich zu interessieren für die Beschäftigung der Kinder - sei es mit den Spielen oder mit den Personen, denen das Kind im Netz folgt. Wichtig ist es auch, in Gesprächen die Reflexionsfähigkeit der Kinder zu fördern und immer wieder alternative Erfahrungsräume zu schaffen. Ebenso machte Hargesheimer auf die ersten Warnsignale aufmerksam, wenn sich soziale Kontakte verringern, wenn sich Wesenszüge verändern und Versäumnisse bei der Erledigung von Aufgaben bemerkt werden. Das sind Warnsignale, die im Elternhaus ernst genommen werden müssen.  Von Elternseite wurde bei dem regen Austausch im Anschluss an den Vortrag der soziale Druck angesprochen, welcher durch soziale Netzwerke hervorgerufen werde. Auch hierbei plädierte Hargesheimer für klare Regelungen, die die Kinder mit in die Pflicht nehmen, z. B. keine Whatsapp-Nachrichten mehr nach 17 Uhr oder klare Regeln zum Umgangston in Gruppen. Es war ein bunter Abend, Frau Hargesheimer gelang es in einem packenden Vortrag, den Spagat darzustellen zwischen dem Wunsch der Kinder nach Selbstbestimmung und dem elterlichen Wunsch und Auftrag, die Kinder zu schützen. Vielen Dank unserem Elternbeirat und unseren beiden Elternbeiratsvorsitzenden, Frau Fuchs und Frau Massa, dieses Thema für die interessierte Öffentlichkeit ans Scheffel geholt zu haben.

Scheffel-Kalender

April 2019
M T W T F S S
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5
 

Essensbestellung

Suchbox