Unser Besuch bei einem biologischen Landwirtschaftsbetrieb…

Von Michelle Meßner & Beyza Iliklerden

Wie genau verläuft eigentlich die Arbeit auf einem biologischen Bauernhof? Worauf muss dabei geachtet werden und wie genau unterscheidet sich ein biologischer von einem konventionellen Betrieb?

Im Rahmen der im Erdkundeunterricht behandelten Thematik unternahm der K1-Erdkundekurs von Frau Firgau eine Exkursion auf den biologischen Obstbau-Betrieb „Südhof“ in Denzlingen.

Dort gewährte uns der Inhaber des Betriebes, Christoph Höfflin, einen Einblick in den Alltag eines Bio-Landwirten und erklärte uns bei einer Führung über seinen Hof, was einen biologischen Betrieb ausmacht.

Pünktlich trafen wir uns am Mittwoch, den 16.05., um acht Uhr am Bahnhof in Lahr, um von dort unseren Ausflug auf den Südhof zu starten. Nach einer überfüllten Zugfahrt erreichten wir den Bahnhof in Denzlingen und mussten von dort ein kleines Stück im strömenden Regen zurücklegen, um den Südhof schließlich komplett durchnässt und frierend zu erreichen. Glücklicherweise wurden wir auf dem Hof sehr warmherzig empfangen und fanden einen trockenen Platz, an dem wir uns aufhalten konnten, sodass die Führung fast wie geplant ablaufen konnte. Nachdem wir zu Beginn als Stärkung ein paar hofeigene Äpfel probieren konnten, erzählte uns Herr Höfflin, dass er den Betrieb von seinen Eltern übernommen hatte und schon seit 1985 auf biologische Landwirtschaft ausgelegt sei. Inzwischen überzieht sich die bewirtschaftete Anbaufläche über ungefähr 20 Hektar, von denen 15 Hektar alleine für den Anbau von vielen unterschiedlichen Apfelsorten genutzt wird. Des Weiteren wird der Anbau von Birnen, Zwetschgen, Süßkirchen, Nüssen und auch Heidelbeeren auf den restlichen Hektar Anbaufläche verteilt. Einen großen Teil der selbst angebauten Produkte werden in dem eigenen, kleinen Hofladen verkauft, dennoch ist der Austausch von den Produkten mit anderen, regionalen Betrieben sehr wichtig. Die Grundlage dafür wird durch die Vernetzung innerhalb des „Bioland“-Verbandes, dem auch der Südhof schon von Beginn an angehört, gewährleistet und somit wird die Möglichkeit geschaffen, das Sortiment durch regionale und qualitative Naturkost von anderen Betrieben zu ergänzen. Nachdem auch wir uns in dem kleinen Hofladen umschauen durften, stellte uns Herr Höfflin neben der Maschine, die dafür benötigt wird, die Äpfel nach dem Ernten zu waschen, auch die Art und Weise der Lagerung von den Äpfeln vor. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „CA-Lagerung“ (controlled atmosphere). Die Äpfel werden dabei in einer kühlen Umgebung gelagert, die einen erhöhten Stickstoffgehalt und dafür einen erniedrigten Sauerstoffgehalt in der Luft vorweist. Das hat den großen Vorteil, dass die Atmung der Früchte reduziert und somit ihre Reife verzögert werden kann. Darüber hinaus blieben die oben gestellten Fragen während des Ausfluges natürlich nicht unbeantwortet. Auch in der biologischen Landwirtschaft darf „gespritzt“ werden, doch genau bei diesem Punkt muss besondere Vorsicht gelten. Laut EU-Öko-Verordnung dürfen nämlich nur bestimmte Stoffe gekoppelt mit der Erfüllung bestimmter Bedingungen ihren Einsatz auf dem Feld finden. Grundbedingungen müssen sein, dass die Stoffe natürlich vorkommen und naturidentisch sind. Der Einsatz von künstlichen oder sogenannten „chemisch-synthetischen“ Substanzen darf aufgrund des zu hohen und unüberschaubaren Risikos in der biologischen Landwirtschaft nicht angewandt werden, wenn ein Betrieb seine Produkte mit einem Bio-Siegel vermarkten möchte. Diese Regelungen gelten in der konventionellen Landwirtschaft nicht, weswegen somit dort chemisch-synthetische Substanzen regelmäßig verwendet werden. Auf dem Südhof im Speziellen werden Pflanzenextrakte (wie z.B. Algenpräparate) und Pflanzenöle (z.B. Rapsöl, Fenchelöl) für den biologischen Pflanzenschutz genutzt. Nicht zu vergessen ist die Verbreitung von Nützlingen, die eine große und wichtige Rolle bei der Abwehr von Schädlingen spielen.

Als es irgendwann dann aufgehört hatte zu regnen, war es für uns auch möglich, die Pflanzen von Nahem zu betrachten. Wir erfuhren einige interessante Dinge darüber, wie man die Pflanzengesundheit erhalten und fördern, aber auch die Pflanzen vor Wetterauswirkungen schützen kann. Herr Höfflin informierte uns, dass es für die Pflanzengesundheit sehr nützlich sei, wenn man zwischen den Baumreihen einen Streifen mit Gründüngung anlege oder die Obstplantagen mit Wildsträucher, die sehr nützlingsfördernd wirken, versehe. Ebenfalls können starke Wettereinflüsse immer wieder große Rückschläge für die Ernte oder auch langfristige Folgen für die Pflanze zur Konsequenz haben. Starke Hagelniederschläge beispielsweise bedeuten oftmals nicht nur Schäden an den Früchten, sondern auch Wunden an den Bäumen, wodurch sie anfälliger für Krankheiten werden. Aus diesem Grund kommen häufig Hagelnetze zum Einsatz, die über die gesamten Felder gespannt werden und die Hagelkörner auffangen.

Letztendlich war auch unsere Zeit auf dem Hof begrenzt, sodass wir nach einer kurzen Fragerunde den Betrieb schon wieder verlassen mussten, um den Zug nach Lahr noch rechtzeitig zu erreichen. Gegen 13 Uhr endete unsere Exkursion schließlich am Bahnhof in Lahr.

Lässt man den Tag nun kurz Revue passieren, so bleibt im Gedächtnis, dass die Natur und ihre Erhaltung bei der Arbeit auf einem biologischen Betrieb im Vordergrund stehen. Hierbei geht es nämlich darum, MIT der Natur zu arbeiten und nicht wie in der konventionellen Landwirtschaft die Natur FÜR einen arbeiten zu lassen bis diese komplett erschöpft und zerstört ist. Ein wichtiger Faktor, den man bei dem nächsten Einkauf vielleicht im Hinterkopf behalten sollte, sodass vielleicht ab und zu doch ein Produkt mit Bio-Siegel im Einkaufswagen landet…

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