Sammelaktion mit der Lahrer Tafel: Ein guter Start ins Schuljahr

von Lorenz von Haas

Bildung ist in Deutschland Staatsaufgabe, aber Väter und Mütter tragen die Nebenkosten – und die sind happig. Das spüren Eltern jedes Jahr aufs Neue, wenn sie die schulische Grundausstattung ihrer Kinder kaufen. Zum Schuljahresstart arbeiten Eltern Materiallisten ab, kaufen stapelweise Schulbücher und Arbeitshefte. Weil da ganz schön was zusammenkommt, hat der Lahrer Gesamtelternbeirat bereits seit neun Jahren eine jährliche Sammelaktion für Schulmaterialien angeregt-und auch in diesem Jahr ist diese Aktion ein großer Erfolg.

Seit Montag, dem 11. September 2017, werden die Schulhefte und Schreibutensilien in einem Raum der Lahrer Tafel verkauft, der sonst eigentlich als Lager dient. Nun aber ist dort auf Tischen und Regalen alles zu finden, was Kinder in der Schule so brauchen – Hefte, aber auch Federmäppchen, Bleistifte, Spitzer, Radiergummis, Farbstifte, Zeichenblöcke, Tintenkiller, Lineale, Geodreiecke oder Wörterbücher. Verkauft werden die Sachen für kleines Geld, einen Fünferpack linierter Schulhefte gibt es hier zum Beispiel für zehn Cent.

All diese Materialien sind Spenden von Lahrer Schulen. Gesammelt worden war an der Schutterlindenbergschule, Johann-Peter-Hebel-Schule sowie an den Grundschulen in Reichenbach, Kuhbach und Sulz. Mitgemacht haben auch die Gymnasien, also "Max", "Clara-Schumann" und wir vom „Scheffel“.

Hierfür waren die vielen leeren Kartons, die Ende des vorigen Schuljahres in den Klassenzimmern im Scheffel aufgestellt worden waren. „Hier konnten die Schüler Sachen ablegen, die sie nicht mehr benötigen“, erzählt die Scheffel-Schulsprecherin Phyllis Stöhr. "Es ist eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, Menschen zu helfen", freut sich die Schülerin, die sich selbst sehr bei der Spendenaktion engagiert hat.

Die Resonanz auf die am Montag angebotenen Artikel war auf Anhieb groß, berichten Claudia Möllinger und Carmen Schöchlin. Die beiden Frauen haben ehrenamtlich den Verkauf der Schulsachen übernommen, der noch bis zum 23.09.2017 weitergeht. Der Erlös wird reinvestiert, für das Geld wird neues Material erworben, das wieder dahin kommt, wo es gebraucht wird – und das deutlich unter dem Verkaufspreis.

Die zwei Ehrenamtlichen sind nicht nur als Verkäuferinnen, sondern auch als Beraterinnen gefragt, wenn zum Beispiel Eltern mit fehlenden Deutschkenntnissen eine Erklärung benötigen, worin der Unterschied zwischen einem Heft und einem Schnellhefter besteht. Doch die beiden Frauen helfen gern. "So kann ich in meiner Freizeit etwas Sinnvolles tun", sagt Carmen Schöchlin. Die Leiterin der Lahrer Tafel, Ingrid Schatz, hebt hervor, dass man mit Unterstützung des Spielwarengeschäfts "Eddy’s Kinderland" Erstklässlern sogar neue Schulranzen für kleine Preise anbieten könne. Darüber hinaus stehen auf einem Regal mehrere gebrauchte Ranzen bereit. Und Ingrid Schatz betont: „Der erste Schultag ist etwas ganz Besonderes. Deshalb ist es wichtig, ABC-Schützen gut auszustatten, damit sie am Start in den neuen Lebensabschnitt Freude haben!“ Voraussetzung für den Einkauf ist der Besitz einer Kundenkarte. Die Lahrer Tafel in der Schwarzwaldstraße 6 hat 600 Kundenkarten ausgegeben, die rund 1500 Erwachsene zum Einkauf berechtigen. Sie haben rund 500 Kinder, für die bis Ende kommender Woche auch die günstigen Schulmaterialien verkauft werden.

Das Scheffel freut sich teil dieses Projektes gewesen zu sein und die Zusammenarbeit in Zukunft zu intensivieren.

 

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