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Kochen wie die Römer

So schmackhaft ist der Lateinunterricht am Scheffel!

Nach der Lektüre der Geschichte vom „Gastmahl des Trimalchio“, überkam die Lateinerinnen der Kl. 8d und 8e ein solcher Appetit, dass sie spontan auf die Idee kamen, selbst römisch zu kochen. Sie äußerten das zutiefst menschliche Bedürfnis, die erlesenen römischen Speisen des Trimalchio nicht nur mit dem Geist, sondern vor allem mit den eigenen Sinnen zu genießen.

Es zeichnet die Latein-Schülerinnen aus, dass sie ihr Anliegen, mit rhetorischen Stilmitteln gespickt, derart überzeugend vortrugen, dass ihr Magister gar nicht anders konnte als sich ihrem Wunsch zu unterwerfen. Zugegebenermaßen fiel ihm das nicht allzu schwer, da auch er ein Liebhaber all dessen ist, was den Gaumen erfreut.

Im Gegensatz zu dem neureichen Trimalchio, der so ausgefallene Gerichte wie Seebarben, Saueuter, Kammmuscheln und geröstete Schnecken zusammen mit einem alten Falernerwein seinen Gästen kredenzte, zeigten die Köchinnen der Kl.8, dass sie mit weitaus bescheideneren Mitteln ein ganz vorzügliches Drei-Gänge-Menü auf den Tisch zaubern konnten.

Als römische Vorspeise (GUSTATIO) kreierten die Köchinnen Aliter cucurbitas elixatas et frictas. Dabei handelt es sich um eine Gemüsebeilage aus Zucchini mit einer herzhaften Kümmel-Minze-Sauce. Die Hauptspeise (PRIMA MENSA) bestand aus einem aus Getreide zubereiteten Mehlteig (puls) , der äußerlich den heutigen Spaghetti nahekommt, diese jedoch geschmacklich himmelweit übertrifft. Dazu wurden in einer würzigen Soße gebratene (carotae) gereicht, die gebraten und römisch gewürzt den Mehlteig zu einem kulinarischen Highlight (lat.: culmen gustus) machten. Zum Nachtisch (SECUNDAE MENSAE) reichten die Köchinnen Patina versatilis vice dulcis. Dieser Eierkuchen mit gerösteten Pinienkernen, Honig und Pfeffer bildete den schmackhaften Schlusspunkt eines Menüs, das keine Wünsche offenließ, ja das selbst den verwöhntem Gaumen des Trimalchio beeindruckt hätte.

So war es nicht verwunderlich, dass der Duft dieser Speisen einige Klassenkameraden aus einem parallel stattfinden Kurs anlockte und nicht nur ihnen das Gefühl vermittelte, etwas Einmaliges genossen zu haben.

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