Dabei übernahmen oft einige der Schauspieler die Rolle
eines Drittpersonerzählers im Chor. So gewann das Stück an epischer
Wirkungskraft. Diese wurde auch gekonnt von der beabsichtigten mimischen und gestischen
Zurückhaltung einiger Figuren verstärkt. Gerade die Verkörperung des
Götterboten Hermes war von göttlicher Strenge und Entrücktheit
gekennzeichnet.
Ganz in diesem Sinne war auch das puristische Bühnenbild,welches
aus schwarzen Vorhängen und nur 14 Holzhockern bestand. Objekte waren meistens nur angedeutet, symbolhaft. Zwar ist diese Tatsache den
bereist erwähnten erschwerenden Umstände zuzurechnen, unter denen die
Theater-AG arbeiten muss. Gerade das strahlte jedoch eine Zeitlosigkeit der
Handlung aus.
Auch die Farben beschränkten sich auf Grundtöne. Klare
Farben, uni gehaltene Kleidung, all das verstärkte die epische Wirkung der
Inszenierung.
Als Kontrast zu Homers Originalstück
enthält deBonts Version jedoch einige sprachliche Kontaktpunkte zum modernen
Zuschauer: So gibt es etwa zahlreiche Elemente moderner Umgangssprache, welche
bei manchen Zuschauern für eine willkommene Abwechslung vom sonstigen
Sprachgebrauch sorgen. Dementsprechend unterhaltsam war so manche Szene der
Aufführung.
Alles in allem konnten die Zuschauer an
jenem Abend eine gekonnte und reichhaltige Mischung aus unterhaltsamen,
epischen und tragischen Elementen genießen, all das gekrönt von einem Ausgang
mit einem Plädoyer für Menschlichkeit und Verständigung.